Waschhaus, u., franz. Iavoir, m., engl. wash-house, 1. f. d. Art. Wäsche. — 2. Kleines Gebäude od. Behältnis in einem Wohnhaus zum Reinigen der Wäsche. Es kann auf dem Hof, im Souterrain oder Erdgeschoß angelegt werden, die Decke wird am besten gewölbt oder mit glatt gehobelten, gut in Oelfarbenstrich zu haltenden Bretern verschalt, der Raum sei unten mit flottem Wasserabzug, an den Wänden mit Cementputz und in der Deckfläche oder bündig mit derselben über den Fenstern reichlich mit Dunstabzügen versehen. Ein W.enthalte womöglicheine Wasserzuleitung mit Hähnen, einen Herd mit eingemauertem kupfernen Kessel oder Blase, einige Tröge und eine Rinne zum Abfluß des Wassers. —3. engl. auch washing-place, öffentliches W., Waschanstalt. Städtische Wasch⸗ und Badeanstalten waren im Mittelalter allgemein eingeführt; gegenliglit / mothes 188456d4/0458 EK Heidelberg DFC wärtig sind sie erst durch eine Choleraepidemie in England 1832 wieder in Aufnahme gekommen, nachdem im gen. Jahre eine arme Waschfrau im ärmsten Theil Liverpools ein kleines Hinterhaus gemiethet hatte, in welchem sie gegen Zahlung von 1 Penny (87/ Pf.) 85 arme benachbarte Familien von der Unannehmlichkeit befreite, im eigenen Haus die Leibwäsche zu waschen, und ihnen zugleich die Möglichkeit gewährte, ein Wannenbad zu nehmen. Erst zehn Jahre später wurde die erste regelmäßige Anstalt in Liverpool und drei weitere Jahre später in London eröffnet. Seit etwa 1875 wurden dergleichen allmählich auch in Deutschland eingerichtet. Die besseren Anstalten (3. B. in Magdeburg) haben Schwimmbassins, Wannenbäder 1. u. 2. Klasse (in letzterer kostet das Bad mit Handtuch 15 Pf.), ferner, was hier bes. in Betracht kommt, eine Wascheinrichtung, wo der Platz mit heißem und kaltem Wasser pro Stunde bezahlt wird, u. zum Trocknen der Wäsche Centrifugalmaschine und Trockenkammer. Die Wandungen sind wasserdicht, z. B. mit Schiefer in Cement belegt; die Dachung istvon Glasziegeln. Aehnliche, zum Theil nochmit weiteren Vervollkommnungen versehen, bestehen in anderen Städten. Dem Grundriß nach legt man sie am besten als Centralbau an. In der Mitte befinden sich dann die Dampfesse und Hauptfeuerung, von der aus entweder warmes Wasser oder besser noch Dampf eirkulirt, der das kalte Wasser durch Einströmung erwärmt. Ringsum liegen Corridoremit Zellen zu den Seiten, jede Zelle enthälteinige Kübel od. Waschfässer, denen immerwährend kaltes Wasser in einer Röhrenleitung zugeführt wird und in denen die Dampfröhren, mit Hähnen verschlossen, münden. Ferner muß noch für Drehrollen oder Mangeln, sowie für Trockenböden oder Trockenapparate gesorgt sein; besser als durch erwärmte Luft trocknet man die Wäsche in durchlöcherten, sehr schnell sich drehenden Kesseln, worein die Wäsche gethan wird; während der Drehung legt sie sich ganz dichtan die Wandungen des Kessels an u. wird durch den scharfen Luftzug binnen wenigen Minuten trocken, ohne im geringsten beschädigt zu werden. Man kann auch einige der jetzt in so manchfachen Gestalten vorkommenden Waschmaschinen aufstellen.