Zinnober, m., franz. einabre, m., engl. einnabar, lat. A. Rother, krystallisirter 3. a) Natürlicher, Bergzinnober, Ziegelerz, Rubinblende, Quecksilbersulfid, frz. einabre natif, engl. native cinnabar, kommt theils krystallisch, theils krystallinisch, derb und erdig als spatiger, faseriger und erdiger Z. vor, u. zwar entweder in Lagern und Gängen oder als erdige und staubartige Theile der ganzen Gebirgsmasse beigemengt. Die Krystalle, klein und drusig verbunden, gehören zum Hexagonalsystem, blätterige Massen, kugelig, traubig, auch in erdigen Partien; flachmuscheliger, ins Feinkörnige gehender Bruch. Sublimirbar im Kolben mit dunkelrother Farbe; giebt erhitzt mit Natron metallisches Quecksilber. Wird nicht merklich angegriffen von Säuren, ist auflösbar durch Königswasser. Ritzt Talk, ritzbar durch Kalkspat, Farbe dunkelcochenilleroth ins Karminrothe, auch scharlachroth. Diamantglanz bis matt, wiegt 7, —8,. Halbdurchsichtig bis undurchsichtig. Enthält Quecksilber 85,, Schwefel 14,5. Abarten davon sind Lebererz, mit Beimischungen von Thon und bituminösen Stoffen, Branderz, Bluterz und Quecksilberhornerz, enthält Chlor. b) Künstlicher Z., franz. vermillon, engl. vermilion, factice cinnabar, Zweifach-Schwefelquecksilber. Er wird erhalten: 1. auf trockenem Wege durch Sublimation einer Verbindung von 1 Th. Schwefel u. 5—7 Th. Quecksilber. — 2. Auf nassem Wege, indem man amorphes Quecksilbersulfid (s. unten) mit Schwefelleberlösung längere Zeit in Berührung läßt, wodurch es sich krystallisirt. — 3. Indem man frischgefälltes weißes Quecksilberpräzipitat mit Schwefelammonium digerirt, das vorher mit Schwefel gesättigt worden ist. — 4. Man reduzirt schwefelsaures Kali mittels Holzkohle, sättigt es dann mit Schwefel zu Schwefelkaliumlauge, welche man jedoch sorgfältig vor Zutritt der Luft hüten muß; nun füllt man Flaschen mit je 5 Kg. Quecksilber, kg. Schwefel und 2¼½ kg. Schwefelkaliumlauge, und bringt dieselben in eine Schaukel, deren Kasten mit Stroh gepolstert ist; nach 1½—2stündigem Schaukeln fangen die Flaschen an sich zu erwärmen, von Zeit zu Zeit wendet man sie, nach 3½ Stunden ist die Mischung dunkelbraun und erkaltet nach und nach. Nach 5 Stunden bringt man sie in ein Wärmezimmer von 35—40 E., wo man sie täglich drei⸗ bis viermal schüttelt. Nach 3 Tagen ist der Z. fertig. Je kälter man die Mischung in die Flaschen bringt, um so heller wird der Z. Jeder Flasche gießt man nun /½/. Wasser zu, schüttelt u. filtrirt. Der Rückstand wird in Steintöpfen mit Aetznatronlauge versetzt, später die Lauge rein abgegossen. Der Rückstand wird noch öfter mit Wasser ausgewaschen und filtrirt, dann auf den Rost eines Trockenschrankes gebracht u. endlich im Trockenofen bei 50°R. unter Umkrücken vollends getrocknet. Vglauch Antimonzinnober. B. Schwarzer 5. a) Quecksilbersulfuret stellt man durch Fällen von salpetersaurem Quecksilberoxydul mittels Schwefelwasserstoffgas dar; erhitzt giebt es Queckfilber ab und verwandelt sich in rothen Z.; b) amorphes, schwarzes Quecksilberfulfid, erhalten durch Erhitzen von Schwefel mit Miothek Heidelberg Quecksilber oder durch Fällen eines Quecksilberoxydsalzes; 0) Aethiops (s.d.), Mineralmohr, erhält man durch Zusammenschütteln von befeuchtetem Schwefel und Quecksilber. C. Gelber Z. Die Lösung eines Quecksilberoxydsalzes fälle man mit Aetzkalk oder Aetzkali. D. Grüner B.; s. d. Art. Chromgelb. Z. Weißer Z. wird auch das weiße Quecksilberpräzipitat genannt, eine blendend weiße, sehr gut deckende, aber ungemein giftige Farbe.