Mergel im landwirtschaftlichen Sinne nennt man alle Bodenarten, in welchen deutlich nachweisbare Mengen von fein verteiltem, kohlensaurem Kalk (oder Magnesia) enthalten sind. Zu den M. im engern Sinne, zu den Meliorationsmergeln gehören jedoch nur solche Bodenarten, die mindestens 50 Proz.kohlensauren Kalk besitzen. Nach den verschiedensten Mischungsverhältnissen unterscheidet man Thon-⸗, Lehm⸗, Kalk⸗ und Sandmergel. Der M. tritt in verschiedenen Formationen, namentlich im Keuper, Lias, in der Kreide, sowie im Diluvium auf. Im allgemeinen zeichnen sich die Mergelbodenarten durch eine große natürliche Fruchtbarkeit aus, weil sie bei jeder Witterung ein angemessenes Feuchtigkeits- und Wärmeverhältnis zu bewahren vermögen und weil sie meistens noch andere Pflanzennährstoffe, namentlich Phosphorsäure, enthalten. Die günstige Wirkung des M. als Dünger beruht sowohl in der direkten Zufuhr von Pflanzennährstoffen zum Boden, als indirekt in der physitalischen Verbesserung des letztern (der sandige Boden wird bindiger, der thonige lockerer) und in der Erhöhung der Bodenthätigkeit. Aus letzterm Grunde wird der Boden durch wiederholte Mergelung ausgesogen und sind dauernde Erträge nur unter gleichzeitiger kräftiger Düngung vom Boden zu erwarten. Vgal. Heiden, Düngerlehrey (2 Aufl., Hannov. 1882). [(minöser Schiefer.