Geyer (Johann), Genremaler, geb. in Augsburg 7. Jan. 1807, bildete sich an der Akademie in München, in Frankreich und auf sonstigen Reisen, kehrte aber in seine Geburtsstadt zurück, an deren lietzt aufgehobener) Kunstschule er auch als Lehrer eit 1833 wirkte. Seine genrehafte Auffassung ist urch treffliche Humoristik ausgezeichnet, obwohl er auch ernste, besonders —— Stoffe tüchtig zu behandeln verstand. Mit außerordentlicher Vorliebe erging er sich in Scenen aus der Zopf⸗ und Rokokozeit, denen er meist einen scherzhaften Anstrich zu verleihen wußte und wobei das Hauptaugenmerk auf die malerische Darstellung von Kostümen gerichtet war. Dazu kommt bei seinen Bildern noch der Vorzug, daß er die architektonische Gestaltung seiner Interieurs höchst wirkungsvoll zu geben weiß. Eine ganze Reihe seiner Kompositionen schildern Spießbürgerscenen, Barbierstuben, Gelage, Maskenbälle u. s. w. Sein bestes Werk (in der münchener Pinakothek) ist das ärztliche Konzilium. Auch die Musikprobe, die Verlobung und das fürstl. Vorzimmer gehören zu den gelungensten Bildern. Er starb 26. Nov. 1875 in Augsburg.