FeedEhrenfeuchter (Friedr. Aug. Eduard)
ReligionBrockhaus 1882

Ehrenfeuchter (Friedr. Aug. Eduard), prot. Theolog, geb. 15. Dez. 1814 zu Leopoldshafen bei Karlsruhe, studierte 1831—35 Theologie zu Heidelberg, ward 1835 Religionslehrer am Lyceum zu Mannheim, 1841 Vikar in Weinheim, dann Hof- und Stadtvikar in Karlsruhe, 1845 außerord. Prosessor der Theologie, Universitätsprediger und Mitdirektor des Homiletischen Seminars in Göttingen, 1849 ord. Professor, 1855 Konsistorialrat, 1856 Abt von Bursfelde, 1859 Oberkonsistorialrat und starb 20. März 1878 in Göttingen. E. hat besonders als pflichttreuer und anregender akademischer Lehrer einen weitgehenden Einfluß ausgeübt. Sene Vorlesungen erstreckten sich über alle Fächer der prakti-Phil⸗ Theologie, über Dogmatik, Ethik, Religionsphilosophie, Leben Jesu, Encyklopädie und Geschichte der neuern Theologie. Seine Schriften gehören dem Gebiete der praktischen Rint⸗ Aun und der Geschichte an: Theorie des christl. Kultus v (Hamb. u. Gotha 1840), Die praktische Theologier (Gött. 1859); von letzterm auf drei Teile berechneten Werke ist nur der erste Teil erschienen, in welchem zum ersten mal eine wissenschaftliche Theorie der Mission gegeben ist; „Zur Geschichte des Katechismus (Gött. 1857), Entwickelungsgeschichte der Menschheit, besonders in ethischer Beziehungv (Heidelb. 1845), Christentum und moderne Weltanschauungo (Gött. 1876). An den mehrfachen Kämpfen in der hannöv. Landeskirche hat E, bestimmenden Anteil genammen. Eine Sammlung seiner Predigten erschien unter dem Titel „Zeugnisse aus dem akademischen Gottesdienste in Göttingeno (2 Bde., Gött. 1849 — 52).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 792Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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