Ghisi, Name einer Künstlerfamilie, welche sich nach ihrem Heimatsort Mantovano nannten. Mit Giulio Romano, der 1524 nach Mantua kam, stehen sie mehr oder minder in Verbindung; für ihn und seine Schule sind sie das, was Mare Anton und seine ersten genrhor für Rafael waren. Abesehen von sonstigen Vorzügen ihrer Stiche, sind ie auch noch dadurch interessant, daß in ihnen der übergang von der Schule Raimondis zu der Stichweise der Caracci sich erkennen läßt. Der erste dieser Künstler war Giovanni Battista Mantovano, geb. 1503, gest. 1575. Vasari erwähnt ihn und seine Kinder, ohne den Familiennamen anzugeben; neuere haben ihn, statt G., Briziano und Scultori genannt, doch mit schwachen Gründen. Er hat nach G. Romanos Entwürfen namentlich im Palazzo del Te zu Mantua in Thon und Stuck viel gearbeitet; sein ältester bekannter Kupferstich ist von 1538.— Seine Tochter Diana, mit dem Architekten und Bildhauer Francesco da Volterra vermählt, dem sie 1575 nach Rom folgte, wo sie bis 1588 thätig, war eine fleißige und talentvolle Stecherin, zum Teil in der ältern Ißett Weise, zum Teil schon nach malerischem Effekt strebend. Ihr berühmtestes Blatt (auf drei Platten) ist das öttergastmahl aus Giulio Romanos Eros und Psyche-Darstellungen im Palazzo del Te. — Dianas Bruder, Adam, von dessen Leben wenig bekannt ist, hat sich namentlich durch seine tüchtigen Blätter nach Michel Angelo einen Namen Mamus — Ob Giorgio G., der 15. Dez. 1582 in Mantua im 62. Lebensjahre starb, mit den obigen derselben Familie un den läßt sich 0 mit Sicherheit sagen. Sein Hauptwerk sind die sechs Blätter nach den Propheten und Sibyllen der Sixtina. Er war unter Paul III. in Rom, wo er auch Buonarrottis Arbeiten Gericht in 11 Blättern snich ohne jene rbeiten zu erreichen. Er begab sich dann nach Frankreich, wo er nach Primaticcio in Fontainebleau thätig war, hierauf in die Niederlande und wieder nach Frankreich zurück. — Ein anderer Kupfer-R er, Teodoro G. (geb. 1537), starb 1601 zu antua. Vgl. Arco, Di einque valenti incisori