Ghül, auch Ghöl, ein ursprünglich pers. Wort, bedeutet eins der Fabelwesen, mit welchen die Phantasie der Orientalen die Einöden bevölkert. Der G. wird als ein mit feindseliger Arglist Menschen und Tiere überfallendes Wesen geschildert, welches verschiedene Gestalt annehmen kann und seine Opfer verschlingt, weshalb man in ihm die altiranische —— des Werwolfs der Slawen und Germanen at erkennen wollen. Begriffsverwandt sind die gleichfalls für den Morgenländer die Schrecken der Ode personifizierenden Dschinn (bösen Genien), Diw (Teufel) und Yfrit (Popanze). (schichtlich).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 16Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei