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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Greif (grch. vobi, lat. IBPe heißt ein fabelhaftes Tier des Altertums, welches nach der Sage an Größe und Stärke einem Löwen gleich, mit vier Krallenfüßen, zwei Flügeln und dem krummen Schnabel eines Raubvogels versehen, jedenfalls dem Orient (schon auf Reliefs von Nimrud im alten Assyrien ähnliche Gebilde) seine Entstehung verdankt, von da in den Occident gekommen und in den Kunstgebrauch übergegangen ist. Die G. erscheinen häufig auf den ältesten irdenen Gefäßen neben ähnlichen Phantasiegebilden und werden zuerst von Aristeas um 560 v. Chr. als Wächter des Goldes im tiefen Norden Europas, in Skythien, im steten Kampfe mit den einäugigen Arimasven (s. d.) erwähnt Nach andern Erzählungen ist das Vaterland der G. Indien, wo sie der Sonne heilig und ebenfalls Wächter der Goldgruben sind. christl. Bilderkreise symbolisieren sie die Auferstehung, so an Altarleuchtern in Webereien, an Portalen, z. B. von St. Jako in Regensburg u. s. w. Von Herder und andern werden sie mit des Moses Cherubim verglichen. Der G. kommt häufig als heraldische Figur vor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 333Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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