Ghör, El-Ghör ist die arab. Bezeichnung der tiefen nordsüdl. Einsenkung, welche im Alten Testament die Araba (Luther übersetzt Heide, Gefilde, Blachfeld) genannt wird, Palästina in eine westl. und östl. Hälfte trennt und von Bäniäs am südl. Fuße des Dschebel esch-Scheich (Großer Hermon) an, den Jordanfluß mit seinen drei Seen in sich begreifend, bis zu dem Meerbusen von Akabah (Alanitischer Meerbusen) sich erstreckt. Im engern Sinne begreifen die arab. Historiker unter G. nur das tiefliegende Längenthal vom Ausflusse des Jordan aus dem See Gennezareth bis etwa drei Stunden südwärts vom Toten Meer, wo die südwärts wieder ansteigende Ebene (das biblische „Salzthalo) durch eine diese quer durchsetzende hohe sandige Klippenreihe, die &Skorpionenhöhe » des Alten Testaments, von der höhern Erhebung des südlich bis Akabah sich fortsetzenden Thals, das die heutigen Araber speziellWadiel-Araba nennen, abgeschlossen wird. Dieses Thal zu beiden Seiten des Jordan, daher in der Bibel auch Der Umkreis des Jordano (die Jordansau), von Griechen und Römern der Aulon » genannt, ist 7—20 Em breit und bildet überall da, wo Wasser vorhanden, besonders in seiner nördl. Hälfte, wo viele Bäche von beiden Seiten von den Bergen her zufließen und künstliche Bewässerung stattfindet, eine in üppigster, fast trovischer Vegetation, in welcher einst Löwen, jetzt noch Panther, wilde Schweine und Schakale hausen, prangende, an andern Stellen jedoch, besonders in seiner Südhälfte, von dem sich vordrängenden Karn Sartabeh an, eine nackte und wüste, salzige Thonebene: nur einzelne, von besondern Quellen getränkte Oasen unterbrechen hier die traurige Sde. Es hängt diese Beschaffenheit des südlichen G. ursächlich zusammen mit dem Mangel an überschwemmung infolge des sehr tiefen Jordanbetts und mit dem ägypt. Klima dieser atiefsten Depression der Erder (s. Jordan und Totes Meer), wo (191—394 m unter dem Meeresspiegel!) die Temperatur oft auf 35 R. und mehr im Schatten steigt. Das G. ist daher auch zu allen Zeiten nur wenig bewohnt gewesen.