FeedGiacometti (Paolo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Giacometti (Paolo), ital. dramatischer Dichter, eb. 19. März 1816 zu Novi in Ligurien, studierte in Genua die Rechtswissenschaften und trat 1836 mit seiner ersten dramatischen Dichtung Rosildep hervor, deren Bühnenerfolg ihn bestimmte, sich gänzlich der Dichtkunst zu widmen. Von 1836 bis 1840 schrieb er die Trauerspiele Luisa Strozziv, Paolo de' Fornario, „Godeberto re dei Longobardio, La famiglia Lercario und die Dramen «II Domenichino und Pellegro Piola o; dann schloß er sich einer wandernden Schauspielertruppe als besoldeter Dichter an mit der Verpflichtung, jährlich fünf neue Bühnenstücke zu liefern. Mit dem dreiaktigen Schauspiel &II poeta e la ballerina o (neue Aufl., Mail. 1880), welches 1841 zum ersten mal aufgeführt wurde, errang er auf allen Bühnen Italiens außerordentliche Erfolge. Darauf folgten das zweiteilige histor. Drama 4Cristoforo Colombo und die Lustspiele: &Quattro donne in una casao, Un poema ed una cambialen. Für die Schauspielergesellschaft Domeniconi, welcher er sich inzwischen angeschlossen, schrieb G. das Trauerspiel alsabella del Fiesco, welches 1843 mit ungeheuerm Erfolge zu Rom aufgeführt wurde. Nachdem er, unermüdlich schaffend, ein unstätes Wanderleben geführt, nahm er 1861 seinen bleibenden Wohnsitz in Gazzuolo im mantuanischen Gebiet. Von den über 80 Stücken, die er geschrieben, ragen besonders hervor die Tragödien Elisabetta regina d'Inghilterras (Mail. 1853), La colpa vendica la colpay (Mail. 1854), Lucrezia Davidsono (Mail. 185%, (Torquato Tasson (Mail. 1855), (Giuditta. Tragedia biblicas (Mail. 1857; 2. Aufl. 1859), Bianca Viscontio (Mail. 1860), 4 Sofoclen (Mail. 1860), Maria Antoniettad (Mail. 1870), La morte civilep (Mail. 1880), La trovatella di Santa Maria (Mail. 1880); die Schauspiele La donna (Mail. 1850), &Il fisionomistas (Mail. 1850), La donna in seconde nozzen (Mail. 1851). Eine Sammlung seiner ausgewählten Stücke ist unter dem Titel (Teatro scelto (8 Bde., Mail. 1859—66) erschienen. Als lyrischer Dichter, namentlich aber als Feuilletonist hat sich G. gleichfalls einen geachteten Namen erworben. Er starb im Aug. 1882 in Rom.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 17Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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