FeedHildebrand (Heinr. Rud.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Hildebrand (Heinr. Rud.), germanistischer Sprachforscher, geb. 13. März 1824 zu Leipzig, besuchte 1836—43 die Thomasschule daselbst und studierte dann auf der Universität seiner Vaterstadt, anfangs neben der Theologie, später ausschließlich, Philosophie und Philologie. Namentlich widmete er sich den neuern, besonders den german. Sprachen. Nachdem er im Frühjahr 1848 das Staatsexamen bestanden, nahm er im Sommer desselben Jahres eine Lehrerstelle an der Thomasschule an, an der er bis Ende 1868 verblieb. Als 1850 die Ausarbeitung des Grimmschen Deutschen Wörterbuchsy begann, wurde H. als wissenschaftlicher Korrektor angestellt. Als eigentlicher Mitarbeiter trat H. 1864 nach dem Tode der Gebrüder Grimm in Gemeinschaft mit Professor Weigand in Gießen ein. Da sich die Arbeit nicht mit der Besorgung des Schulamts vertrug, wurden ihm vom Rat der Stadt Leipzig, ohne Verkürzung des Gehalts, die Lasten des letztern zur größern Hälfte abgenommen. Als die dreijährige Frist dieser Befreiung (1865—68) abgelaufen war, trat an deren Stelle eine weiter gehende, staatliche Vergünstigung, indem den Fortsetzern des Wörterbuchs vom Bundesrat des Norddeutschen Bundes eine Subvention bewilligt wurde. H. erhielt 1869 eine außerord. Professur an der Universität zu Leipzig, die 1874 in eine ord. Professur für neuere deutsche Litteratur und Sprache verwandelt wurde. Von Grimms „Deutschem Wörterbuche hatte H. die Ausarbeitung zunächst des fünften Bandes übernommen (das K, fertig mit 12 Heften 1873) und arbeitet seitdem am G (11 Hefte bis 1884). Von seinen übrigen Arbeiten ist besonders seine treffliche Bearbeitung von Soltaus „Deutschen histor. Volksliedern. Zweites Hundert» (Lpz. 1856) zu nennen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 230Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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