FeedFerrari (Paolo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Ferrari (Paolo), hervorragender ital. Lustspieldichter, geb. zu Modena 5. April 1822, studierte daselbst die Rechte, widmete sich aber seit 1847 ganz der dramatischen Dichtung und ist seit 1860 Professor der Geschichte an der wissenschaftlich-litterarischen Akademie zu Mailand. Er begann seine Laufbahn als dramatischer Dichter mit dem Lustspiel Bartolomeo Calzolajob, welches er später Il codicillo dello zio Venanzios betitelte. Es folgten: (Lo Scetticismos (später La Donna e lo Scetticop). Seinen Ruf begründete er mit dem 1852 geschriebenen Meisterwerk «Goldonieae le sue sedici commedies, welches die Runde über alle Bühnen Italiens machte und ungeheuern Erfolg hatte. Großen Beifall erzielte auch das Lustspiel Parini e la Satiran (1857). Seitdem nimmt F. unbestritten den ersten Rang unter den lebenden dramatischen Dichtern Italiens ein, und das Erscheinen eines neuen Stücks von ihm gilt als ein Ereignis. Außer den beiden zuletzt genannten, welche mit Recht als die besten gelten, sind zu nennen: &II Tartufo modernop (später Prosa betitelt), Dante a Veronav, Poltrona storicao, La medicina d'una Ragazza ammalatan, (Gli nomini seris (Mail. 1869), L'attrice camerieras (Mail. 1871), Nessun va al campov (Mail. 1871), Cause ed effettio (Mail. 1872), cII (Mail. 1879), Per vendetta o, Un giovane Ufficiale, L'Antoniettas (Mail. 1880) u. a. m. Seine „Opere drammatiches erschienen zuerst in einer Gesamtausgabe 1870 zu Mailand; die vollständigste Gesamtausgabe seiner „Opeére drammatiche erschien in 14 Bänden (Mail. 1877—80). Einige seiner Stücke wurden auch ins Deutsche übersetzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 705Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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