Gibbons (Grinling, nach andern Karl Gabriel), engl. Bildhauer, dessen Herkunft in Dunkel gehüllt ist. Nach den einen stammte er aus Holland, war 1651 geboren und kam im Alter von 19 J. nach England, nach andern wäre er in London 1648, oder in Rotterdam oder in Flensburg geboren. Er war zunächst Ornamentiker und als Holzschnitzer thätig, in welcher Beziehung er Vorzügliches leistete; besonders reiches Blätterwerk, Blumenguirlanden schnitt er meisterhaft. Die Empfehlung des berühmten Malers Peter Lely, welcher seine ausgezeichneten Arbeiten in einem Theater gesehen hatte, verschaffte ihm den Auftrag zur Dekoration der königl. Paläste, welche heute noch, vorzüglich der Windsorpalast, von G.s Tüchtigkeit zeugen. Später wandte er sich auch der Steintechnik mit Erfolg zu, wobei ihm aber das Ornamentale auch stets besser 9 als die Figur. Beispiele sind das Monument Newtons und Priors in Westminster, dann die Reiterstatuen Königs Karl II. in Windsor und Charing Croß, deren Piedestale er mit Attributen des Seewesens schmückte. Zu erwähnen ist ferner die Statue des Königs Jakob II. in Whitehall Chapel, die Figuren in der Bank, das Monument Camdens in Exton, sowie die Brunnen zu Saint-James. Seine techn. Geschicklichkeit verleitete ihn zu allerlei Künsteleien, welche dem Geiste der Plastik widersprachen, die er aber spielend bewältigte; so schnitzte er Vögel mit den zartesten Federchen, Figuren mit Spitzenkrausen. Er war auch noch für König Wilhelm III. und Georg I. beschäftigt und ist überhaupt der bedeutendste unter den ältern engl. Plastikern. Er starb 3. Aug. 1721 zu London. ‚Gibbös (lat.), buckelig; Gibbosität, Buckeligkeit, Buckel. (Verbindungen).