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TierreichBrockhaus 1882

Gibbons, Langarmaffen (Hylobates), heißt eine kleine, aus wenigen Arten bestehende Gruppe ind. Affen, welche die Urwälder des südl. Kontinents und der Inseln bewohnen und durch die ungeheuere Länge ihrer Arme sich auszeichnen, die bei aufrechtem Stande die Erde erreichen. Sie klettern und springen mit großer Leichtigkeit und Warferern keit in den Wipfeln der Bäume umher, watscheln aber auf dem Boden höchst ungeschickt und tölpisch, indem sie die langen Vorderarme wie Balancierstangen beiderseits in die Höhe und nach außen strecken. Durch den runden Kopf, den Bau des Schädels und Gebisses, der Arme und Beine, sowie durch den gänzlichen Mangel des Schwanzes schließen sich die G. an die großen menschenähnlichen Affen und zunächst an den Orang (s. d.) an, unterscheiden sich aber durch kleine Gesäßschwielen an den Hinterbacken. Sie haben meist dichtes, dunkles Haarkleid. Die Hände und Füße sind sehr schmal. In Tiergärten sind sie sehr selten und lassen sich nicht lange halten. Genauer kennt man den ganz schwarzen, häßlichen, laut heulenden Siaman (I. syndactylus) auf Sumatra, der bis Im hoch wird und an dessen Hinterfüßen Zeige-und Mittelfinger miteinander verwachsen sind; den Ungko (1. agilis, s. Tafel: Affen der Alten Welt!l, Fig. 2), mit weißem Augenstreifen, der auf Java vorkommt und angenehm singen soll, indem er die chromatische Tonleiter einer ganzen Oktave beherrscht; den Hulock (H. leuciscus), mit weißer Stirnbinde und schwarzen Zähnen, der nur auf dem Festlande vorkommt, und den in Siam und Malakka heimischen Lar (I. lar), mit weißlichem Gesicht und Händen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 20Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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