FeedGilbertiner
ReligionBrockhaus 1882

Gilbertiner hießen die Mitglieder einer im 12. Jahrh. in England entstandenen geistlichen Verbrüderung. Ihr Stifter, der heil. Gilbert oder Guilbert, geb. 1083, gest. 1189, heilig gesprochen 1202, vereinigte als Pfarrer von Sempringham 1135 mehrere Jungfrauen in einem Hause und sammelte zugleich eine Genossenschaft von Männern, welche nach einer bestimmten Regel lebten. Da Papst Eugen III. den Anschluß an den Cistercienserorden nicht gestattete, bildeten sie eine eigene Verbindung. Die Nonnen lebten nach der Regel Benedikts, die Männer als Chorherren Augustins. überall entstanden Doppelk öster mit einer gemeinsamen Kirche, doch wurde die Trennung der Geschlechter streng beobachtet. Zur Zeit der Reformation hatten die G. in England 21 Niederlassungen; doch haben sie diese Bewegung nicht überstanden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 38Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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