Girodet-Trioson (Anne Louis de Coussy), franz. Historienmaler, geb. zu Montargis 5. Jan. 1767, machte in dem Atelier des berühmten David seine ersten Studien. Im Alter von 20 J. gewann er in Rom den großen Preis. Nachdem er denselben 1789 abermals für sein Gemälde: * der sich seinen Brüdern zu erkennen gibt, erlangt hatte, ging er im folgenden Jahre nach Italien, wo er 1792 den Endymion malte, eins seiner berühmtesten Gemälde. Ebenso ausgezeichnet ist sein Hippokrates, verfehlt dagegen in der Erfindung sein Ossian (1801). Andere berühmte Gemälde von ihm sind die große Sintflutsscene; Atala, nach der Erzählung Chateaubriands; die Empörung in Kairo; Napoleon, wie er die Schlüssel der Stadt Wien empfängt; die Heerführer der Vendee, Bon amp und Cathelineau, die er 1824 in ganzer Figur malte. Sein letztes, sehr großes Gemälde war der nstituts und der Akademie. Er starb zu Paris 19. Dez. 1824. Wie fast alle Schüler Davids, war auch G. nie zu einer rechten Wahrheit der Darstellung durchgedrungen, obwohl seine Empörung in Kairo von einem tüchtigen Streben nach derselben zeugt. Bei aller plastischen Vollendung und Abrundung fehlt seinen Gestalten häufig das rechte Leben, zum Teil schon wegen des erdfahlen Fleischtons. Doch beweist der tiefe Ausdruck seiner Gestalten, daß er mehr als bloß ein tüchtiger Akademiker war. Seine Oeuvres posthumes o (herausg. von Coupin, 2 Bde., Par. 1830) enthalten seine Korrespondenz und sein Gedicht Le peintrev.