Daffinger (Moritz Michael), berühmter Miniaturmaler, geb. zu Wien 25. Jan. 1790, wo sein Vater als Maler in der kaiserl. Porzellanfabrik beschäftigt war, der ihm auch den ersten Unterricht erteilte. Hierauf kam D. als Schüler der Akademie zu Füger, ergriff zunächst aber die gewerbliche Beschäftigung eines Dekorationsmalers der Fabrikate in der genannten Porzellanfabrik. Erst 1809, während der Besetzung — Vaterstadt durch die Franzosen, als er die Bildnisse einiger franz. Offtziere malte, erwachte sein eminentes Talent für das Por-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. trätfach, dem er fortan sein ganzes Leben widmete. Dis kleine, auf Elfenbeinplättchen, auch auf Papier ausgeführte Porträts, deren Anzahl eine unüberdiererd ist, gehören zu dem Ausgezeichnetsten in ieser Branche. Er besitzt eine Feinheit des 5.eine eine Vornehmheit der Auffassung und dabei eine Treue der Wiedergabe, welche, namentlich bei der Fülle seiner Arbeiten, in Erstaunen versetzt. Der gesamte Hochadel OÖsterreichs hat D. zu Porträt gesessen, wodurch seine, leider weithin zerstreuten Werke eine Bein interessante historische Galerie ausmachen. Beim Wiener Kongreß malte er die meisten der damals in Wien anwesenden fürstlichen Gäste und zwar bereits in einer, von seiner frühern durch größern Stil abweichenden Manier, zu der ihn das Studium des eine Zeit lang in Wien verweilenden Lawrence veranlaßt hatte. Die historische Porträtausstellung in Wien (1880) hatte 39 herrliche Arbeiten von D. aufzuweisen, von denen namentlich Porträts von Mitgliedern des kaiserl. Hauses (im Besitze des Erzherzogs Karl Ludwig) hervorragten; 47 andere enthielt die histor. Ausstellung der k. k. Akademie 1877; zahlreiche sind ferner im Privatbesitz der kaiserl. Familie, der Liechtenstein, Schwarzenberg, Lanckoronski u. g. Adelshäuser. Besonders berühmt sind seine Bildnisse des Herzogs von Reichstadt, der Erzherzogin Sophie, der Familie Metternich, des Kaisers — — Joseph als Kind, Grillparzers u. a. D. starb zu Wien 22. Aug. 1849. Benedetti, Kolb u. a. haben einige wenige seiner Werke in Stich und Schabmanier vervielfältigt.