FeedGiseke (Heinr. Ludw. Robert)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Giseke (Heinr. Ludw. Robert), ein Urenkel von Nikolaus Dietrich G., geb. zu Marienwerder 15. Jan. 1827, erhielt seine Gymnasialbildung in Posen und Breslau und widmete sich seit 1846 erst zu Breslau und Halle theologischen, seit 1848 zu Breslau philos. und histor. Studien. Nach der Novemberreaktion von 1848 geriet er in polit. Untersuchung, infolge deren er, auf eine Staatsanstellung verzichtend, die schriftstellerische Laufbahn wählte. Er redigierte seit 1852 in Leipzig die Novellenzeitungo und ging 1859 nach Dresden, 1863 nach Berlin, wurde aber 1866 als gemütskrank in das Kloster Leubus in Schlesien gebracht. Später lebte er in Breslau, seit 1875 in Görlitz. Von seinen Romanen sind hervorzuheben: Moderne Titanenv (3 Tle., Lpz. 1850; 2. Aufl. 1853), (Pfarr-Röschenv (2 Bde., Brem. 1851; 2. Aufl., Lpz. 1854), Carrièrel• (2 Bde., Lpz. 1853), O. L. Brooky (2 Bde., Lpz. 1862), Käthcheno (4 Bde., Bresl. 1864). Als dramatischer Dichter hat sich G. in Johannes Rathenow, Bürgermeister von Berlinv (Lpz. 1854), „Die beiden Cagliostrov (Lpz. 1858), Moritz von Sachsen » (Lpz. 1860; in neuer Bearbeitung Bresl. 1872) und „Lucifer (Lpz. 1860) bekundet. Hieran reihen sich die Dramatischen Bilder aus deutscher worin Sto (Tpz. 1865; 2. Aufl. in 2Bdn., Lpz. 1878), worin Stoffe aus der frühesten preuß. Geschichte behandelt werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 60Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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