Gizeh oder Giseh, ein früher von den Mamluken befestigter Ort, jetzt Hauptort der 2 Mudrir Hen ägypt. Provin und daher Sitz eines Mudhir, iegt auf dem linken Nilufer, Alt-Kairo gegenüber, zählt 10500 E., hat einige Cafés, verfallene Bazars und Reste von alten Landhäusern der Mamluken und reicher Bewohner von Kairo. Ruf hat es noch wegen seiner künstlichen Brütöfen. Seit 1872 überschreitet eine prächtige eiserne Drehbrücke hier den Nil, 406melang. Am Ufer steht, gegenüber von der Insel Röda, ein Palais mit dem Haremsgarten und Park des Selämlik. G. ist der Landungsplatz für alle Reisenden, die von Kairo aus die Pyramiden (s. d.) besuchen, daher diese die Pyramiden von Gizeh genannt zu werden pflegen, obgleich sie noch 8 km, während der überschwemmung, wo der Weg den weit ausweichenden Dämmen durch die Thalebene folgt, über 15 Km davon entfernt sind und daher passender nach dem an ihrem Fuße liegenden Dorfe Kafr-el-Batran bezeichnet würden. Hauptsächlich versteht man unter den Pyramiden von G. die beiden größten des Cheops (Chufu) und Chephren (Chafra), nebst der weit kleinern des Mykerinos (Menkera). Gjellerup (Karl Adolf), dän. Romanschriftsteller, ein Anhänger der jungen realistischen Schule in Dänemark, geb. 2. Juni 1857 zu Roholte in Seeland. Von seinen Romanen En Idealisto (1878), Det unge Danmarke (1879) und Antigonoso (1880) ist nur letzterer von Bedeutung. Die philos. Abhandlung Arvelighed og Moralv (1882) ist fast nur ein Referat Spencerscher Ansichten. aunte zwi ein Berg in Lykien, welcher unfern der Küste zwischen dem alten Phellos und Antiphellos und Myra liegt und auf dessen 1die Trümmer einer alten Stadt sich befinden, während auf dem Ostende der nach Norden weiter aufteigenden Akropolis ein Heroon (Grabdenkmal) enteckt wurde, dessen Skulpturen 1882 nach Wien gebracht worden sind. Das Heroon besteht aus einem nicht ganz rechtwinkeligen Mauerviereck von 20—24 m Seitenlänge, das außer Statuen namentlich einen großen Steinsarkophag umschloß. Dasselbe war inwendig ringsum auf den beiden obersten Quaderschichten mit fortlaufenden Reliefs geschmückt; den gleichen Schmuck trug die Südmauer als Eingangsmauer auch auf ihrer Außenseite. Zwar ist der Bau jetzt zum Teil zerstört, namentlich die Ostmauer bis auf den Fußboden doch ist anzunehmen, daß die meisten Reliefplatten gefunden sind. Die Reliefs sind nur wenig erhaben und sehr stark verwittert, doch läßt sich die Darstellung noch deutlich erkennen. Eigentümlich ist „daß die verschiedenartigen Kompositionen unvermittelt nebeneinander erscheinen und daß die Darstellungen auf dem untern und obern Reliefstreifen mehrfach ineinander übergreifen. Die Stoffe sind, abgesehen von dem Schmuck der Thür, größtenteils der griech. Heroensage entlehnt. So findet man Centaurenkämpfe, den Kampf der Sieben gegen Theben, die kalydonische Eberjagd, Odysseus, der die Freier tötet, Penelope mit ihren Dienerinnen, Scenen aus der Belagerung Trojas, den Raub der Leukippiden durch die Dioskuren, Theseusthaten u. s. w. Obgleich das Werk verschiedenartiger Hände, verraten diese Kompositionen zweifellos 15 Abhängigkeit von der attischen Kunst des 5. Jahrh. und sind bei ihrer Reichhaltigkeit ein sehr wichtiger Beitrag zur Kenntnis der attischen Kunstentwickelung. Ob sie das Werk attischer oder lykischer, aber in Athen hren mi Künstler sind, wird weitere Forschung lehren müssen. Vgl. Benndorf, Vorläufiger Bericht über zwei österr. Expeditionen nach Kleinasieno (Wien 1883). Gjorgjevié (spr. Dschordschewitj, Vladan), verdienter serb. Arzt und Schriftsteller, geb. 21. Nov. 1844 in Belgrad, als Sohn eines serb. Sanitätsoffiziers, besuchte das Gymnasium zu Belgrad und studierte in Wien Medizin. Als Student nahm er am Slawenkongreß in Moskau teil und sprach hierbei gegen die Annahme des Russischen als allgemeine slaw. Schriftsprache. Nach Abschluß seiner Studien war er in den Kliniken in Prag und Wien als Operateur thätig, nahm fünf Monate am Deutsch-Französischen Kriege als Arzt in der deutschen Armee teil und veröffentlichte seine Erfahrungen während desselben in Vojno-lekarska pisma (Militärärztliche Briefeß, Belgr. 1872). Darauf ging er nach Belgrad zurück, trat in die Armee ein, ward 1873 Leibarzt des Fürsten, nahm am Serbisch-Türkischen Kriege zuletzt als Sanitätschef im Oberkommando teil und ist seit 1879 Chef der Sanitätssektion im Ministerium des Innern. G. ist der Schöpfer einer medizin. Litteratur in Serbien; schon als Student übersetzte er Hyrtls „Deskriptive Anatomiev, später Billroths Allgemeine chirurgische Pathologie und Therapiey, Landsbergers «Kriegschirurgische Techniko, schrieb über Volksmedizin in Serbien, über die Pflege kleiner Kinder u. a., insbesondere aber über das Militärsanitätswesen in Serbien, um dessen Organisierung nach preuß. Muster er sich große Verdienste erworben hat; auch führte er, als der Krieg drohte, die Gesellschaft des Roten Kreuzes v in Serbien ein, gründete er vorher einen Verein serb. Arzte. Nach dem Serbisch-Türkischen Kriege gab er heraus: «Istorija srpskog vojnog sanitetad („Geschichte des serb. Militärsanitätswesenso, Belgr. 1879 fg.), ferner eine Sammlung serb. Sanitätsgesetzes (serbisch, 3 Bde., Belgr. 1879) und schuf überhaupt für sein Vaterland ein systematisches Sanitätswesen mit unabhängigem Budget (circa 1 Mill. Frs. jährlich). Vgl. seine Schrift „Die Entwickelung der öffentlichen Gesundheitspflege im serb. Königreich vom 12. Jahrh. bis 18835 (Berl. 1883); auch schrieb er einige Artikel für Langenbecks «Archivo. Daneben entwickelte G. von frühen Jahren an eine umfangreiche Thätigkeit in der serb. schönen Litteratur, schrieb Novellen Hesenpven 4 Bde., 2. Aufl., Pancsowa 1879 fg.), eisenovellen (3 Bde.), den histor. Roman «Stefan Dusanv, ein Drama, litterarhistor. Abhandlungen, übersetzte aus Molière, Balzac, Goldoni u. a. Seit 1875 gibt er, mit Unterbrechung von 1876—79, die Monatsrevue 4Otasbina (Vaterlando) heraus. Auch führte er das Turnwesen in Serbien ein und gründete 1872 die erste freiwillige Feuerwehr in Belgrad.