Granäda, Hauptstadt der gleichnamigen span. Provinz und ganz Leat ungemei eine Ciudad von (1877) 76005 C., li Fuße der Sierra Nevada in 686 m Seehöhe, auf der Nordseite des Genil und zu beiden Seiten des ihm von Osten her zufließenden reißenden Darro Veg⸗ Dauro), am Anfang der fruchtbaren Ebene, + de Granada, die zwei Jahrhunderte lang so berühmt als Kampfplatz der maurischen und christl. Ritterschaft war. Zur Zeit der maurischen Herrschaft hatte die Stadt 15 Km im Umfang und 200 000 CE., deren Zahl sich, als allmählich die Flüchtlinge aus den übrigen, von den Christen bedrängten maurischen Besitzungen dahinzogen, auf 400 000 0 haben soll. Es bestanden 50 ge Schulen, 70 Bibliotheken, unzählige Moscheen, Bäder u. s. w. Die Stadt war von einer mit 1030 Türmen eporhande Mauer umschlossen, von der noch Reste vorhanden. Die jetzige Stadt, Endpunkt der Linie Bobadilla-G. der Andalusischen Bahnen, liegt auf und zwischen drei Hügeln, von denen der östliche zwischen dem Genil und dem Darro den maurischen Königspalast, die weltberühmte Alhambra (s. d.), und die nach ihr benannte Vorstadt trägt. Um den Alhambrahügel Zieht sich die Stadt terrassenartig ansteigend in Form eines Halbmondes herum und sendet ihre Vorstädte Wah weit in die von üppiger Vegetation erfüllten Thäler der beiden Flüsse hinaus. Am Abhang des zweiten Hügels liegt der Albaicin, der älteste, jetzt meist von den ärmern Klassen, besonders von Zigeunern bewohnte und viele Höhlen enthaltende Stadtteil, wo vor Erbauung der Alhambra das Schloß (Alcazar) der maurischen Emire und der ersten Könige von G. stand. Am Fuße des Albaicin, der durch seine terrassenartige Lage und seine weißen, meist von Gärten, Cypressen und Weinlauben umringten Häuser einen sehr anmutigen Anblick darbietet, ziehen sich zu beiden Seiten des Darro, der die Alhambra und einen großen Teil der Stadt mit Trinkwasser versieht, die stattlichen Häuserreihen der alten und neuen Alcazaba, wo früher der maurische Adel wohnte. An diese schließt sich im Westen die eigentliche Stadt, ganz in der Ebene gelegen, von dem hier großenteils überdeckten Darro durchschnitten und von den weitläufigen Vorstädten Elvira und Antequeruela umschlossen. Das jetzige G. besteht aus einem Labyrinth von engen, krummen, unebenen Gassen, bietet jedoch mit seinen zahllosen Türmen, Kuppeln und der stolz über dem Ganzen thronenden Alhambra von allen Seiten einen imposanten Anblick. Die ältern Bauten haben noch ein halb maurisches Ansehen. Ganz im maurischen Stil renoviert ist der ehemalige Bazar oder die Alcaiceria, welche nebst dem benachbarten Zacatin, der belebtesten Straße, noch jetzt das Centrum des freilich nicht mehr bedeutenden Verkehrs ist. Der schönste Platz ist die Vivarrambla, jetzt Plaza de la Constitucion, auf welchem die Volksfeste der Mauren, später die Autos de Fe der Christen stattfanden. Die prächtige Promenade, el Paseo de la Alameda, am Ufer des Genil, mit ihren großen, herrlichen Bäumen, wie man sie sonst nirgends in Spanien findet, und der dichte Wald hoher Buchen auf dem c. dare verleihen G. einen besondern Reiz. G. ist Waffenplatz ersten Ranges, Sitz eines Generalkapitäns (mit Jurisdiction über Granada, Almeria, Malaga und Jaen), eines Erzbischofs, eines Obergerichts und einer Universität und hat neben der Kathedrale 23 Pfarrkirchen, 18 Nonnen⸗ und 20 ‚l. Palas Mönchsklöster, 10 Hospitäler, 1 erzbischöfl. Palast, 1 Theater, 1 Stiergefechtscirkus, viele Gasthöfe und Cafés u. f. w. Die Industrie und der Handel sind ziemlich unbedeutend. Das merkwürdigste Gebäude nächst der Alhambra ist die 1529 von Diego de Silve begonnene, 1560 eingeweihte, aber unvollendete Kathedrale, ein mit Marmor ausgeschmückter Prachtbau florentin. Stils, mit einem nur 56 m hohen Turm und mit den Grabmälern der «katholischen Königev, Ferdinands II. von Aragonien (V. von Castilien) und Isabellas I., sowie Philipps I., des Schönen, und der Johanna der Wahnsinnigen (der Altern Karls V.). Außer der seit 1531 bestehenden Universität besitzt G. ein Instituto (Gymnasium), eine Normalschule, eine Kunstschule und sechs Kollegien. Auch hat die Stadt eine Bibliothek, ein Kunstmuseum und eine Okonomische Gesellschaft. Die Vega de Granada 33 uber 68 km Wclein und birgt außer zahllosen Landhäusern und kleinen Weilern 38 blühende Ortschaften mit mehr als 40000 E. G. wurde unter dem Namen Garnatha, die Feste (Granata), 756 von Arabern aus dem Heere des von Abderrahman geschlagenen Jussuf gegründet, einige Stunden entfernt von den Ruinen des von ihnen zerstörten Bischofssitzes Illiberis oder Eliberi, an dessen Namen noch die Vorstadt Elvira erinnert.