Glasdruck oder auch Nyalographie war früher im allgemeinen die Bezeichnung für die Kunst, durch Flußsäure in Glas geätzte Zeichnungen mit Schwärze einzuwalzen und dann auf Papier abzudrucken. Das Verfahren ist von Prof. Boettcher in Frankfurt a. M. und Bromeis in Hanau erfunden worden, hat aber eine allgemeinere Anwendung nicht gefunden. Die wiener Staatsdruckerei hat mit Erfolg eine Modifikation des Verfahrens versucht, bei welcher von der geätzten Glasplatte ein galvanischer Abklatsch in Kupfer genommen wird, und die so erhaltene Glasplatte zum Abdruck benutzt wird. Neuerdings wird mit G. eine Modifikation des Lichtdrucks bezeichnet, welche eigentlich Lichtglasdruck genannt werden sollte. (S. Lichtdruck.)
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 85Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei