FeedGalvanographie
Bildende KunstBrockhaus 1882

Galvanographie ist das von Franz von Kobell in München 1842 erfundene Verfahren, auf Platten mit einer etwas körperlichen und erhaben stehenden Farbe zu malen und dann die Platte galvanoplastiich zu kopieren, wodurch man eine Platte erhält, welche die Zeichnung vertieft enthält, also weiter abgedruckt werden kann. Einer bedeutenden praktischen Anwendung hat sich bisher diese Methode nicht zu erfreuen gehabt. Wichtiger ist das von G. Scamoni aus Würzburg ausfindig gemachte Verfahren der Photo⸗-Galvanographie, welches geeignet ist, Stiche im verkleinerten Maßstabe auf Kupferplatten zu übertragen, welche dann auch wieder für den Hochdruck hergerichtet werden können. Es gründet sich auf das Verhalten der mit Kollodium entwickelten Silberbilder, durch Behandeln mit verschiedenen Agentien sich zu erhöhen, also plastisch zu werden. Nach dieser Aandlung wird von der Platte auf galvanischem Wege eine Kopie hergestellt, welche die Bildstellen vertieft enthält. Vgl. Scamoni, „Handbuch der Heliographies (Berl. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 508Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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