FeedGlobüli tartari ferrati
NaturlehreBrockhaus 1882

Globüli tartari ferrati, Globuli martiales (Stahlkugeln), ein jetzt nicht mehr orpüm Eisenpräparat, bestehend aus zu Kugeln geformtem Eisenweinstein (s. unter Eisen-Verbindungen 13), früher vielfach zur Anfertigung von künstlichen Stahlbädern verwandt. Globuliten heißen mikroskopisch kleine, optisch Arpil sphäroidale Gebilde, welche, zu den sog. Krystalliten gehörend, die primitive Form darstellen, in der ein krystallisationsfähiger Körper sich aus einem Medium ausscheidet, welches ihm einen gewissen Widerstand entgegensetzt. Die rundlichen G. reihen 0 mitunter durch gegenseitige Anziehung in einer linearen oder etwas gekrümmten Richtung kettenförmig aneinander und erzeugen so die Margariten; verschwimmen sie durch direkte Berührung dabei zu länglichen Nadeln, so entstehen die sog. Longuliten. G. des Schwefels können z. B. beobachtet werden, wenn man eine Mischung aus zwei Lösungen bereitet, deren eine aus Schwefel in Schwefelkohlenstoff, deren andere aus Canadabalsam, ebenfalls in Schwefelkohlenstoff gelöst, besteht, und dann einen Tropfen einer solchen Mischung auf einem Glastäfelchen unter dem Mikroskop verdunsten läßt. Andere aus Silicaten bestehende G. scheiden sich in reichlichster Menge in den künstlichen Hohofenschlacken aus. Auch die rundlichen, meist gelblich oder bräunlich gefärbten Körnchen, welche sich oft in unendlicher Anzahl als unvollkommen gebildete Ausscheidungsprodukte in der Glasbasis, z. B. der Basalte und mancher Melaphyre, finden, werden wohl mit Recht zu den G. gerechnet, ebenso wie die rundlichen winzigen Partikel, aus welchen so viele kieselige Kügelchen zusammengesetzt erscheinen. Vgl. Vogelsang, «Die Krystallitene (herausg. von Zirkel, Bonn 1874). Globülus (lat.), Kügelchen; Globuli martiales, Stahlkugeln, s. Globulistartari ferrati; Globuli sanguinis, Blutkügelchen; globulös, soviel wie globos.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 112Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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