FeedGlümer (Adolf von)
GeschichteBrockhaus 1882

Glümer (Adolf von), preuß. General der In-Iöiers einer lange im Braunschweigischen anässigen Familie angehörig, geb. 5. Juni 1814 zu engefeld auf dem Eichsfelde als der jüngere von zwei Söhnen des früher braunschw., dann preuß. Hauptmanns von G., besuchte Gymnasium und Realschule zu Halberstadt und Magdeburg und trat 1831 in das 26. Infanterieregiment, in welchem er 1832 Sekondelieutenant wurde. In den folgenden Jahren besuchte er die Allgemeine Kriegsschule, wurde zum Bataillonsadjutanten, 1842—43 zur Gardeartilleriebrigade und darauf für drei Jahre zur topogr. Abteilung des Generalstabes kommandiert. Nachdem hierauf G. einige Jahre als Landwehr-Kompagnieführer und andwehr-Brigadeadjutant Dienste gethan, nahm er 1849 am Feldzuge in Baden als Generalstabsoffizier und Adjutant der 2. Division des 2. rhein. Korps teil, wurde um Premierlieutenant, 1851 zum Hauptmann besördert und 1856 in den Generalstab versetzt und als Generalstabsoffizier anfangs bei der 11. Division, später (1858) im Generalstabe des 6. Armeekorps verwendet. Im J. 1859 wurde er zum Kommandeur des Füsilierbataillons des 23. Infanterieregiments zu Neisse, neben dieser Stellung leichzeitig zum Direktor der dortigen Divisionsule und bald darauf zum Oberstlieutenant ernannt, aber schon 1861 mit der Führung des 1. westpreuß. Grenadierregiments Nr. 6 beauftragt und im Oktober desselben Jahres zum Obersten befördert. Im J. 1866 führte G. eine Brigade der Division des Generals von Beyer (Main-Armee) und wurde zum Generalmajor ernannt. Die Brigade von G. nahm an allen Zügen der Division Beyer bis zur Kapitulation von Langensalza teil, dann an dem Marsche über die Rhön, an den Gefechten von Hammelburg, Helmstadt, Roßbrunn und vor Würzburg. Nach Beendigung des Feldzugs zum Kommandeur der 32. Infanteriebrigade in Trier ernannt, blieb G. dort bis zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs, wo er 18. Juli 1870 das Kommando der 13. Division übernahm. G. nahm am Abend des 6. Aug. an der Schlacht von Spicheren teil, besetzte 7. Aug. Forbach und kämpfte hierauf glücklich in 99%½ Colomh Schlachten 14. und 18. Aug. bei Colombey-Nouilly und Gravelotte, sowie in vielen kleinen Ausfallgefechten vor Metz, bis er am 3. Okt. an die Spitze der großherzogl. bad. Buhrie berufen wurde. G. war damals an der Ruhr erkrankt und konnte erst 9. Dez. in Dijon das Kommando der bad. Division übernehmen, lieferte 18. Dez. das blutige und siegreiche Gefecht bei Nuits, wobei er am Oberarm verwundet wurde, jedoch das Kommando weiter führte. An den ruhmreichen Tagen des Werderschen Korps, die nun folgten, nahm die bad. Division in der Stärke von 18 Bataillonen, 12 Eskadrons und 10 Batterien thätigsten Anteil. In der Entscheidunhsschlacht an der Lisaine (15. bis 17. Jan. 1871) kommandierte G. bei Montbeliard und hielt diese durch die örtlichen denatieen wenig begünstigte Stellung gegen alle feindlichen Angriffe. Nach dem Frieden zum Kommandeur der 29. Division in Freiburg i. Br. ernannt, wurde G. 1873 Gouverneur der Festung Metz, nahm bald darauf als General der Infanterie seinen Abschied und lebt seitdem zu Freiburg i. Br.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 126Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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