Stülpnagel (Ferd. Wolf von), preuß. General der Infanterie, geb. zu Berlin 10. Jan. 1813, trat 1829 als Freiwilliger in das 3. Infanterieregiment, wurde 1831 Offizier, 1834 Bataillonsadjutant, 1838 zum Kadettenkorps kommandiert und 1840 unter Beförderung zum Premierlieutenant in dasselbe versetzt. Im März 1847 wurde S. Kompagniechef im 24. Infanterieregimente, nahm 1849 am Feldzuge in der Pfalz und in Baden teil, wurde 1854 Major und Landwehr-Bataillonskommandeur, kam 1857 in den Generalstab, wurde im Mai 1859 Oberstlieutenant und im Oktober Chef des Generalstabes des 3. Armeekorps, sowie zwei Jahre danach Oberst. Im Febr. 1863 wurde er Kommandeur des 41. Infanterieregiments und 1864 Brigadekommandeur, jedoch schon im folgenden Monat als Generalstabschef des 3. Armeekorps in den Generalstab zurückversetzt und im Juni 1865 zum Generalmajor befördert. Im J. 1866 war S. Oberquartiermeister der Ersten Armee und nahm an den Kämpfen bei Gitschin, Königgrätz, Liebenau, Münchengrätz und Blumenau teil, wurde im Ott. 1866 Kommandeur der 30. Infanteriebrigade und übernahm im Mai 1867 die Führung der 5. Division Frankfurt a. O.; dort wurde er im Juli Generalieutenant. S. führte diese Division 1870 und 1871 mit Auszeichnung im Deutsch-Französischen Kriege, nahm an den Schlachten vor Metz, insbesondere an der Schlacht bei Vionville-Mars-la-Tour in hervorragender Weise, sowie an den Schlachten bei Orleans und dem Loire-Feldzuge teil, erwarb das Eiserne Kreuz 1. Klasse, übernahm im Okt. 1871 als kommandierender General in Stuttgart den Befehl über das 13. (königlich württemb.) Armeekorps und wurde im Sept. 1873 General der Infanterie. Im Dez. desselben Jahres wurde S. zu den Offizieren von der Armee versetzt und als Gouverneur von Berlin, daneben als Chef der Landgendarmerie verwendet, aber 1875 zur Disposition gestellt und zum Chef des 5. brandenburg. Infanterieregiments Nr. 48 ernannt. Seitdem lebte er in Berlin und starb zu Norderney 11. Aug. 1885.