FeedGnadenmittel
ReligionBrockhaus 1882

Gnadenmittel heißen im kirchlichen Sprachgebrauch diejenigen ordnungsmäßigen Mittel, an welche sich die Wirksamkeit des Heiligen Geistes zur Zueignung der Gnade an die Einzelnen gebunden hat, im Gegensatze zu der schwärmerischen Behauptung einer unvermittelten Gnadenwirksamkeit. Sämtliche christl. Kirchen bezeichnen als solche G. das Wort Gottes und die Sakramente, d. h. die beiden allgemeinsten Formen der Darstellung und Darbietung des gemeinsamen religiösen Bewußtseins, Wort und Handlung. Die kirchliche Lehre betrachtet diese Gnadenwirksamkeit aber nicht als eine natürlich und geschichtlich vermittelte, sondern als eine absolut übernatürliche, doch hält die prot. Kirche daran fest, daß die subjektive Bedingung für die Wirkung der G. der Glaube des Empfängers sei.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 134Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6