FeedGoldenes Zeitalter
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Goldenes Zeitalter, Bezeichnung für die in den Mythologien der meisten Völker und Religionen sich findende Sage von einer bessern Zeit, wo nach den Schilderungen der griech. und röm. Dichter die Erde Gemeingut der Menschen war und von selbst alles zu einem heitern Genußleben Nötige Lieresnochir wo Milch und Honig flossen, reißende iere noch friedlich unter den übrigen Geschöpfen hausten und der unschuldige Mensch noch nicht durch Laster und Leidenschaften entartet war. Die Griechen und Römer setzten dieses Goldene Zeitalter unter die Herrschaft des Kronos oder Saturnus, und viele ihrer Dichter, wie Hesiod in seinen Werken und Tagend, Aratus, Ovid und Virgil haben diesen poetischen Stoff benutzt und die stufenweise Verschlechterung der Welt als silbernes, ehernes und eisernes Zeitalter bezeichnet. Auch in den Mythen anderer indogerman. Völker, wie in denen der Inder, Perser und Germanen, finden sich Anklänge an die Sagen von dem Goldenen Naradiese In der alttestamentlichen Sage vom Paradiese spricht sich ein ähnlicher Gedanke aus. Vgl. Hlech «Über den Mythus von den fünf Menschengeschlechtern bei Hesiod und die ind. Lehre von den vier Weltalterno (Tüb. 1860), und Pfleiderer, Das Goldene Zeitaltero (Berl. 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 162Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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