Gomperz (Theodor), Philolog, geb. 29. März 1832 zu Brünn, besuchte das Gymnasium daselbst, studierte in Wien Jura, Philosophie und Philologie und habilitierte sich 1867 in Wien, wo er 1869 außerord., 1873 ord. Professor der klassischen Philologie wurde. Seit 1867 korrespondierendes Mitglied der wiener Akademie der Wissenschaften, wurde er 1882 zum wirklichen Mitgliede derselben ernannt. Die Frucht seiner Beschäftigung mit der Philosophie John Stuart Mills war die unter G. Redaction erschienene Übersetzung von Mills 4Gesammelten Werken» (12 Bde., Lpz. 1869—80). Den Mittelpunkt von G.“ philolog. Studien bildete die griech. Philosophie, insbesondere der empirischen Richtung. Namentlich machte er sichverdient um die Entzifferung der Herculanischen Rollen mit —— 1 beträchtlichen Überresten epikureischer Philosophie. Außer zahlreichen Beiträgen zu Zeitschriften und Sammelwerken veröffentlichte er: «Demosthenes der Staatsmannv» (Wien 1864), Philodemi de ira libero (Lpz. 1864), (Traumdeutung und Zauberein (Wien 1866), «Herculanische Studieno (2 Bde., Lpz. 1865—66), „Bei0 de., Wien 1875 —76), «Neue Bruchstücke Epiurso (Wien 1876), «Die Bruchstücke der griech. Tragiker und Cobets neueste kritische Manier » (Wien 1878), Herodoteische Studiend (2Tle., Wien 1883).