Gon oder Kwo (Quo), ein großes Maß für z Ellenwaren in Annam, welches 300 Handelsthuok r Handelsellen) enthält, amtlich 191,64 m. Das1 huok weicht aber in der Praxis bis zu ungefähr r einem Fünftel ab, indem es sich bei Untersuchung zwischen 52 und 64 em Länge ergab, und hierna differiert auch das G., bei dessen erwähnter Längen-d bestimmung das betreffende Thuok zu 63,8s em angenommen ist. Gonägra (grch.), Gicht im Knie, s. u. Gicht. Gonaives (Les), Küstenstadt der RepublikHaiti,‚? auf der Westseite der Insel, 112 Km im NNW. der l Hauptstadt Port-au-Prince, ist ein Wirrsal von e Holzhäusern und Ziegelhallen, die über eine Sandfläche zerstreut sind. Der dem Außenhandel geöffnete sichere Hafen, den größten Schiffen zugänglich, bes 1 die Ausfuhr eines ausgedehnten Baumwoll- und Kaffeebereichs. Gonalgie (grch.), 1—. Gonave (La), zur Republik Haiti gehörende nsel, in der Sübosteche des Busens gelegen, weler in die Westseite Haitis eingreift, durch den anal St.⸗Mare vom Lande getrennt, dehnt sich vor dem Eingange zur Bai von Port-au-Prince bei etwa 16 km Breite 60 km weit von NW. nach SO. aus; ihre Fläche beträgt 743 qlcm. G. ist das alte Guanabo oder Guanavana der Indianer von Xaragua und deren letztes Asyl. Goncourt (Edmond Louis Antoine und Jules Alfred Huot de), franz. Schriftsteller, zwei Brüder, von denen der ältere 26. Mai 1822 in Nancy, der jungere 17. Dez. 1830 in Paris geboren wurde. Sie sind die Enkel eines Mitglieds der Konstituierenden Versammlung von 1789 und namentlich durch eine bedeutende Anzahl gemeinschaftlich verfaßter Werke bekannt geworden. Ihre frühern Arbeiten sind betitelt: En 18.5 (1851), Salon de 18527 (1852), (1853), La révolution dans les mœurso (1854%), „La peinture à P'exposition universelle de 18555 (1855), Les actriceso (1856), Une voiture de masqueso (1856). Namentlich aber haben sie sich als Kulturhistoriker und Romandichter einen Namen gemacht; in ersterer Beziehung haben sie die Kunst, Mode und Sittengeschi te des 18. Jahrh. zum Gegenstand ihres Studiums gewählt. Sie geben aber zu viel geringfügiges Detail und häufen Anekdoten und pikante und lehrreiche Einzelheiten ohne Plan und Methode zusammen. In diese Richtung gehören: «Portraits intimes du XVIIIsièclen (2 Bde., 1856—58; neue Aufl. 1878), Sophie Arnould d'après sa correspondance et ses mémoires inéditso (1857), Histoire de Marie Antoinettep (1858 u. öfter), «Les maitresses de Louis XVy (2 Bde., 1860), eine Schrift, die in drei Bänden wieder erschien unter den Titeln: La Du Barryy, „La Pompadouro, La duchesse de Chateauroux et ses sceursy (1878—79); ferner: WLa femme au XVIIIe siècles (1862), L'art du XVIIIe sièclen (2 Bde., 1874; 3 Bde., 1881-82), Idées et sen- (1873). Als hule; ihr Stul ehören sie zur naturalistischen Schule; ihr Stil it lebendig, aber oft gesucht. Ihre Romane sind: „Les hommes de lettreso (1860; neue Aufl. unter dem Titel Charles Demaillys, 1869), «Scur Philomènen (1861), (1865), Manette Salomonv (1867), Madame Gervaisaiso (1869). Nachdem Jules G. 20. Juni 1870 zu Auteuil gestorben war, veröffentlichte Edmond G. nochL'uvre de Watteau (1876) und L'uνrre de Prudhone (1877), und drei Romane, die seinen Namen berühmt machten: «La fille Elisav (1878),Les frères Zemgannov (1879) und La Faustino (1881). Gond, ein eigentümlicher Volksstamm, welcher den größten Teil der Bevölkerung in der Landschaft Gondwana (s. d.) bildet und für den Überrest der ursprünglichen Bewohner von Vorderindien, namentlich des Dekhan, vor der Einwanderung der Arier gehalten wird und von der spezifischen, durch letztere verbreiteten ind. Kultur nur sehr wenig oder gar nicht berührt worden ist. Die G. sind im allgemeinen nicht unter der mittlern Körpergröße der Hindu, aber von ganz e geie Hautfarbe, haben eine breite Stirn, kleine tiefliegende Augen, wulstige, dicke Lippen, schmutzige, schwarze Zähne, dickes, langes, herabhängendes, schwarzes Haupthaar, mitunter aber auch rotes, mehr oder weniger wolliges, eine breite Brust und lange Schenkel. Der Bart ist bei ihnen nur schwach entwickelt. Andere Schriftsteller schildern das Außere der G. günstiger und erwähnen ihres schönen und schlanken, wohlgestalteten Körperbaues, des angenehmen Gesichtsausdrucks bei vielen Männern, ihrer glänzenden lebendigen Augen, ihrer schönen Zähne u. s. w. Auch wird die Reinlichkeit und Zierlichkeit ihres Äußern hervorgehoben. Die G. stehen im allgemeinen auf der tiefsten Stufe der menschlichen Kultur und wie einige Schriftsteller über sie berichten, wenigstens teilweise nicht über den wilden Tieren. Sie leben in den abgelegensten und am wenigsten zugänglichen Wäldern und Gebirgsgegenden der zu der sog. Gondwana gehörenden Distrikte in schlechten Hütten in sehr kleinen Dörfern, außerhalb der religiösen und sozialen Institutionen des Hinduismus, haben keine Kasten, keine eigentlichen Priester, verehren Dämonen, denen sie Menschenopfer bringen, sollen Kranke und altersschwache Familienglieder schlachten und verzehren, sind sehr scheu, aber zugleich räuberisch und gehen fast nackt. Hauptsächlich leben sie von der Jagd und verzehren das Fleisch aller, auch der von den Hindu für unrein gehaltenen Tiere und sind teilweise berauschenden Getränken, die sie sich zu bereiten verstehen, sehr ergeben. Ackerbau wird von den G. nur sehr unvollkommen und wenig getrieben. Ihre Sprache ist nicht bei allen einzelnen Stämmen, in welche die G. zerfallen, und zwischen denen, außer ihrer ethnogr. Verwandtschast und Zusammengehörigkeit, keine andern Beziehungen stattfinden, nicht dieselbe. Es ist aber noch nicht festgestellt, ob das verschiedene Idiom der einzelnen Gondstämme, von denen die Kola, Sours und die Khond des Gumsurgebirges an der Ostküste des Dekhan hervorzuheben sind, allein auf Dialektverschiedenheit oder auf einem tiefern und wesentlichern Unterschiede beruht. Mit dem Sanskrit ist keine einzige der Gondsprachen verwandt, wiewohl von einigen derselben mehr, von andern weniger Sanskritwörter aufgenommen worden sind. Nur äußerst langsam verlassen die G. den Zustand der niedrigsten menschlichen Kultur, in dem sie bisjetzt lebten und größtenteils auch noch leben. Ein gewisser Fortschritt in dieser Hinsicht findet vorzugsweise bei den G. in Tschota-Nagpur, Orissa und Wisagapatam tatt. Die G. daselbst verehrten die Gottheit, welche ie erzeugende Kraft der Natur beherrscht und leitet, und allein durch das Blut von Menschenopfern günstig gestimmt werden kann. So opferte z. B. der Radscha von Bastar, ein Gondhäuptling, als er eine Reise antrat, 1826, zuvor 25 Menschen. Die Meriahs oder Schlachtopfer aber wurden gestohlen oder für 50 — 80 Rupies per Haupt von armen Hindus gekauft. In Wisagapatam wurden dieselben bei den Opfern, welche der Erdgottheit gebracht wurden, von dem zu dieser Feier zusammenströmenden Volke buchstählich in Stücke zerrissen. Niemals aber waren die Meriahs G. Tausende von Menschenleben waren auf diese Weise schon vernichtet worden, als zuerst 1836 Schritte zur Abschaffung dieser Menschenopfer und zur Civilisierung der G. geschahen, hauptsächlich unter Leitung von Oberst Campbell. Ihm gelang es, die G. zu überreden, statt der Menschen Tiere der Erdgöttin zu opfern. Zwischen 1837 und 1854 wurden von den Engländern 1552 von den G. zum Opfertode bestimmte Meriahs losgekauft, unter denen 789 Mädchen waren. Jetzt haben diese Menschenopfer in Nagpur so gut wie aufgehört. Die engl. Spezialkommission für die Abschaffung der Menschenopfer in Wisagapatam und Dschaipur war bis 1861 wirksam. Im J. 1863 wurde unter den G. in den abgelegenen Gegenden der genannten Distrikte eine geregelte Polizei organisiert und seitdem haben die Menschenopfer daselbst ebenfalls aufgehört.