Gondokoro, Negerniederlassung und ehemalige kath. Missionsstation im Gebiete der Bari-Neger am Weißen Fluß, hier Tubiri oder Ki-di genannt, unter 4 54 45“ nördl. Br. und 31 46 97 östl. L. von Greenwich in 609 m Meereshöhe auf hoher Uferbank gelegen, war von alters her der Sammelplatz und Hauptmarkt für die Elfenbein⸗ und Sklavenhändler, welche hier ihre auf ihren Raubzügen durch die Quellgebiete des Weißen Nils gemachte Beute in Schiffe zur weitern Beförderung nach Chartum zu verladen pflegten. Hier wurde Anfang 1853 durch den kath. Provikar Knoblecher, welcher schon 1849 G. besucht hatte, eine Missionsstation, nächst der Station Heiligenkreuz im Lande der Kitsch die südlichste in den Nilländern, gegründet. Durch Ankauf eines kleinen Terrains wurde der Bau einer kleinen Kirche, einiger Häuser, sowie die Anlage eines Küchen⸗ und botan. Gartens für die Mission türk. Silar Das grausame Treiben der europ. und türk. Sklavenhändler veranlaßte indes die zur Rachgier und Raublust geneigten Bari zu Repressalien gegen ihre Peiniger und säte Mißtrauen gegen die friedlichen Absichten der Missionare, von denen viele dem durch die versumpften Ufer höchst ungefunden Klima in den Landschaften am Weißen Nil erlagen. Die österr. Regierung sah sich deshalb nach dem am 13. April 1858 erfolgten Tode Knoblechers veranlaßt, 1860 sowohl die Mission in G., als auch die übrigen mehr stromabwärts gelegenen aufzulösen. Um dem Sklavenhandel ein Ende zu machen, rüstete der Chedive 1871 eine Expedition unter Baker (s.d.) aus, welcher die umliegende Landschaft im Namen des Chedive annektierte und zu Ehren desselben den Ort Ismailia nannte, ihn befestigte und mit Garnison belegte. Gordon, Bakers Nachfolger, verlegte des Klimas wegen 1875 die Station nach Ladd am linken Flußufer. Dies ist jetzt das in 5' 1 33“ nördl. Br. und in 465 m Höhe gelegene Generalnartier des Sudan und der Provinzialhauptort. List nur noch ein Dorf der Bari und eine Handelsstation der Elfenbeinhändler, welche hier zwei Monate im Jahre verweilen.