FeedGotteshausbund
ErdkundeBrockhaus 1882

Gotteshausbund, einer der drei Bünde, aus denen der jetzige schweiz. Kanton Graubünden entstanden ist, umfaßte das ehemalige Gebiet der Bischöfe von Chur: die Stadt Chur mit ihrer Umgebung, das Domleschg, Oberhalbstein, Bergün und Avers, Ober- und Unterengadin, Bergell, Puschlav und Münsterthal. Die ersten Spuren dieses Bundes lassen 05 auf 1367 zurückführen, wo, um der Willkür der Bischöfe und der Ländergier Osterreichs entgegenzutreten, sich die Gemeinden der Thalschaften mit der Stadt Chur, dem Domkapitel und dem weltlichen Hofrat des Bistums verbanden. Als eigentliches Stiftungsjahr wird jedoch gewöhnlich 1396 angegeben, ohne daß aber ein Bundesbrief aus dieser Zeit nachweislich wäre. Mit den beiden andern Bünden, dem Grauen und dem Zehngerichtenbund, trat der G. schon früh (1425 50) in engere Beziehung, und 1498 schloß er ein Bündnis mit den Eidgenossen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 236Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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