Graudson oder Granson, deutsch Gransee, die Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks des schweiz. Kantons Waadt, liegt 445 m über dem Meere, 3 km nördlich von Pperdon auf dem linken User des Neuenburgersees, an der Linie Neuenburgdenat eine alte a der Schweizerischen Westbahn, esitzt eine alte Kirche, ein festes vieltürmiges Schloß, eine große Cigarrenfabrik und zählt (1880) 1742 meist reform. E. (88 Katholiken). Das Schloß G. war einst der Stammsitz des in der schweiz. Geschichte bekannten Freiherrn gleichen Namens, ging nach dem Erlöschen derselben 1397 an das Haus Chälons über und wurde 1475 von Bern erobert, 1476 aber von Karl dem Kühnen eingenommen, der gegen sein gegebenes Wort die bernische Besatzung teils aufknüpfen, teils im See ertränken ließ. Drei Tage nachher, 3. März 1476, wurde unweit G. die Schlacht von G. geschlagen, in welcher 20000 Eidgenossen das 50000 Mann starke burgund. Heer zersprengten und das reiche Lager des Herzogs erbeuteten, und in demselben Jahre fielen Stadt und Herrschaft G. durch den Vertrag von Freiburg als gemeinsameHerr. haft an Bern und Freiburg, deren Landvögte bis 1798 auf dem Schlosse Grandson residierten. audsch die Staatsumwälzung von 1798 lam die Landschaft G. an den Kanton Leman der Helvetischen Republik, durch die Mediationsakte 1803 an den schweiz. Kanton Waadt, in dem sie einen eigenen Bezirk bildet. Vom Ufer des Neuenburgersees bis zu den Kämmen des Jura ausgedehnt, umfaßt derselbe ein Areal von 175 àkm mit 13018 E. meist reform. Konfession und franz. Zunge, deren Haupterwerbsquellen der Acker⸗, Obst⸗ und Weinbau, die Alpenwirtschaft, die Tabaksfabrikation und die Fabrikation von Uhren und Spielwerken sind. Grand-Terre, Teil von Guadeloupe (s. d.). Grandtrunk-Kanal, ein 1766—77 erbauter Kanal in England, durchzieht die Grafschaften Chester, Stafford und Derby und verbindet den Mersey mit dem Trent, somit die Irische See mit der Nordsee. Er hat bei einer Länge von 150 km 0 Schleusen und läuft 2633 m weit durch einen — ei Harecastle. rand-Bentron, Winterung, ein 1427 m hoher Gipfel der Vogesen bei Wildenstein im Kreise Thann des Regierungsbezirks Oberelsaß, östlich von der Quelle der Thur. Grandville (Ignace Isidore Gerard, genannt), franz. Charakter⸗ und Karikaturzeichner, eb. 13. Sept. 1803 zu Nancy, empfing von seinem ater, einem Miniaturmaler, den ersten Unterricht im Zeichnen und ging 1820 nach Paris, wo er seine ersten lithographischen Blätter: Les tribulations de la petite propriétés, Les plaisirs de tout Age, La sibylle des salons , sowie eine Art Totentanz veröffentlichte. Doch gelangte er erst zu Berühmtheit durch die 1828 erschienenen Métamorphoses du jouro, eine Folge von mehr als 70 Scenen, in welchen Personen mit Thiergesichtern höchst komisch Gebrechen und Lächerlichkeiten der Zeit vorstellen. G. wurde nun Mitarbeiter an dem artistischen Teile mehrerer Zeitschriften: La Silhouette, L'Artisteo, La Caricature o, Le Charivario. Sehr populär machten ihn seine polit. Spottbilder. Es sind wenige histor. Ereignisse damaliger Zeit, die er nicht mit seinen sarkastischen Anspielungen berührt hätte, und in dieser Hinsicht gewinnt die Reihenfolge seiner polit. Karikaturen histor. Interesse. Ferner lieferte G. Zeichnungen zu Prachtausgaben der Fabeln Lafontaines, der Lieder Bérangers, der Romane von Swift und Defoe: «Gulliverv und «Robinsono, des franz. Sittenromans Jérôme Paturoto von Raybaud und chuf mit unermüdlicher Einbildungskraft ganze ilderbücher, wie Scènes de la vie privêe et publique des animauxv, «Les cent proverbes v, Les petites misères de la vie humained, L'autre monden und Les fleurs animéeso, worin der Text völlig Nebensache ist. Schließlich verfiel G. in Irrsinn und starb im Krankenhause zu Vanves bei Paris 17. März 1847. Granet (Frangois Marius), Maler, geb. in Aix 1774, nahm zwar bei David anfänglich Unterricht hat sich jedoch auf ganz eigenartige Weise Dartelung a indem er, von der architektonischen arstellung ausgehend, mit derselben histor. Stoffe zu verbinden wußte. Ein Bild eines Klosterhofs errang ihm 1801 den röm. Preis der Akademie und ermöglichte ihm den Aufenthalt in Rom. Nach Paris 1810 zurückgekehrt, begann er eine äußerst fruchtbare Produktion. Aus Italien brachte er eine Anzahl Kompositionen mit, meist romantische Interieurs von Bauten, Kirchen, Kreuzgängen u.s.w. Sein Kolorit hat viel Sattheit und ist durch ein Pinatothel Clairobscur ausgezeichnet. In der inakothek zu München befindet sich sein Savonarola in San-Marco, im Louvre die Krypta von San-Francesco in Assisi. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Gemälde: Messe bei den Kapuzinern in Rom und der gefangene Maler, welch letzteres in die Galerie Leuchtenberg nach Petersburg gelangte. Der Gang Beatrice Cencis zur Hinrichtung ist eine durch feine Formgebung Cunlich Komposition, wenn auch nicht frei von üßlichkeit. Andere Hauptwerke sind: Gottfried von Bouillon hängt die erbeuteten Waffen am Heiligen Grabe auf, Versammlung der Christen in den röm. Katakomben, die befreiten Christensklaven. G. lebte in den letzten Jahren wieder in seiner Vaterstadt, wo er 21. Nov. 1849 starb. Grangemouth, Dorf in der schott. Grafschaft Stirling, an der Mündung des Carron und des Clydekanals in den Forth und an der Schottischen Centralbahn, 29 Em im WNW. von Edinburgh Sandele ist ein aufblühender, erst 1771 gegründeter Handelsplatz mit 2600 E., der hauptsächlich Eisenwaren, Korn, Wolle und Kohlen ausführt, Schiffe baut und Tauwerk fertigt. Es ist der Hafen für Glasgow am Forth geworden und steht in regelmäßiger Verbindung mit London, Rotterdam, Hamburg und Stettin. Hauptgegenstände der Einfuhr sind: Zimmerholz, Getreide, Hanf und Lein.