FeedGraphotypie
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Graphotypie, eine von dem Engländer Hitchcock erfundene Manier zur Herstellung von Illustrationsdruckplatten. Dieselbe besteht in Folgendem: Mit pulverisierter, mit einem Bindemittel und sodan Kreide wird eine Metallplatte überzogen und sodann dem kräftigen Druck einer hydraulischen Presse ausgesetzt. Auf der so präparierten Platte arbeitet der Künstler mit einer eigenen, leicht flüssigen Tinte und mittels Feder und Pinsel so, wie er seine Zeichnung auf dem Papier zu sehen wünscht. Die Tinte hat die Eigenschaft, derart in die unter den gezeichneten Partien liegende Kreideschicht einzudringen, daß, wenn nach Vollendung der Zeichnung mittels einer in Wasser getauchten Bürste über die Platte gebürstet wird, wohl die ganze Zeichnung stehen bleibt, dagegen alles das vertieft ausgebürstet wird, was nicht mitdrucken soll. Von der so gewonnenen Platte wird auf galvanischem Wege ein für den Buchdruck taugliches Cliché genommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 302Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sitten & Mode 6