Grazzini (Anton Francesco, genannt Lascapf, ital. Dichter, geb. zu Florenz 22. März 1503, wurde schon als Knabe bei einem Apotheker in die Lehre gethan. Erst 1540 trat er aus der Verborgenheit heraus, indem er in diesem Jahre die Akademie der Umidiy gründete, wobei er sich den akademischen Namen ail Lascap beilegte. Die neue Akademie blühte schnell empor, nahm den Namen Accademia florentina an und G. wurde zu ihrem Präsidenten ernannt. Bald zerfiel er aber mit seinen Kollegen, welche ihn von der Akademie ausschlossen, in die er erst 20 Jahre später (1566) wieder aufgenommen wurde. Inzwischen hatte er 1550 die Accademia della Crusca gegründet, deren thätigstes Mitglied er bis an sein Lebensende blieb. Er starb zu Florenz im Febr. 1583. Von seinen Werken, welche durch viele Schlüpfrigkeiten entstellt sind, aber durch formelle Vollendung sich auseichnen, sind im Druck erschienen: Gedichte, meist sr chen und burlesken Inhalts (Rimes, 2 Bde., zlor. 1741—42; «Egloge ed altre rimeo, Livorno 1799; «Stanze in dispregio delle sberettate v, Flor. 1579); die kleinen komischen Heldengedichte: La Nanea (Flor. 1566) und «La guerra dei mostris (Flor. 1584; beide zusammen Flor. 1612); 21 Novellen („Le Cene, Par. 1756, Livorno 1793; beste Ausg., 3 Bde., Mail. 1815); sieben Lustspiele in Prosa (4La gelosia v, Flor. 1551, 1568; La spiritatao, Flor. 1561; (Commedie sei in prosao, Flor. 1581, wozu als siebentes kam: L'arzigogolob, Flor. 1750). Eine vorzügliche Auswahl seiner Werke besorgte Fanfani (Le Cene ed altre proses, Flor. 1857; Commedie, Flor. 1859).