FeedGravina (Gianvincenzo)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gravina (Gianvincenzo), ital. Rechtsgelehrter, Dichter und Kritiker, geb. 21. Jan. 1664 im Schlosse Rogiano bei Cosenza in Calabrien, studierte zuerf Mathematik, Philologie und Litteraturwissenschaft unter Privatlehrern, dann in Neapel Jurisprudenz und Geschichte. Er ging 1688 nach Rom, wo er Mitbegründer der Akademie der Arkadier (s. d.) wurde, ward 1698 Professor der Rechte an der Sapienza in Rom und kehrte 1714 nach seiner Heimat zurück, kam aber 1716 wieder nach Rom und starb daselbst 6. Jan. 1718. Sein berühmtestes Werk ist die Poetik (&Della ragion poetica libri duev, Rom 1708 u. öfter), wozu seine Abhandlung über das Trauerspiel (Della tragedia Iibro unoo, Vened. 1731 u. öfter) kommt. Seine fünf Trauerspiele(Cinque tragediev, Neap. 1712, 1717; Vened. 1740 u. öfter): Palamede v, KAppio Claudio, sind steif und nüchtern. Ausgaben seiner Werke er-Maflan zu Neapel (4Opere italianed, 1757) und zu Mailand («Opere scelter, 1819); eine vorzügliche Auswahl besorgte Paolo Emiliani-Giudici Faser di Gianvincenzo G.v, Flor. 1857). Vgl. Passeri, „Della vita e delle opere Gianvincenzo G.„ (Mail. 1819).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 317Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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