Griechen sich fast nur dem Handel widmeten. Unter solchen Umständen würde die Nationalität der Griechen nach und nach wahrscheinlich zu Grunde gegangen sein, wenn nicht zwei Institute sie erhalten hätten: die griech. Religion und Kirche und ihre selbständige Gemeindeverfassung. Die Religion gab den Griechen einen ideellen Schwung, der sie mit Mut zur Ertragung ihres unglücklichen Loses und mit Hoffnung auf die Zukunft erfüllte; die Kirche, die eine Art Gerichtsbarkeit über ihre Religionsgenossen behalten hatte, nahm sich durch den Patriarchen und die Heilige Synode zu Konstantinopel der Rechte derselben gegenüber der Pforte an, sie allein bildete einen Mittelpunkt der Nation und übte einen Einfluß auf die innern Angelegenheiten derselben aus, der um so größer war, da eistliche und weltliche Elemente sich in demselben ereinigten. Die Gemeindeverfassung der Griechen unter selbstgewählten Lokalbehörden erweckte unter ihnen den Geist der Selbstregierung und Selbständigkeit, verhinderte ihre polit. Vermischung mit den Türken und gewährte die Grundlage zu einem spätern polit. Organismus. Für die Erhaltung und Förderung des Unabhängigkeitssinns wirkten besonders auch die sog. Armatolen (s. d.) und mehr noch die in den schwer zugänglichen ‚ie dmterdeni einen fortwährenden Kleinkrieg gegen die Unterdrücker führenden Klephten, während in den, den Diensten der Pforte sich widmenden Fanarioten (s. d.) eine mit europ. Bildung, aber auch mit allen Ränken der Diplomatie und des Hoflebens vertraute Adelsklasse sich ausbildete. Höchst vorteilhaft wirkten auf die Hebung der Bildung der Griechen das im Laufe des 18. Jahrh. überall in G. sich entwickelnde Streben nach Unterricht und die Ausbreitung des griech. Handels. Von griech. Handelshäusern ging auch die Gründung der ersten griech. Bildungsanstalten in der Türkei selbst aus, die, anfangs durch die Türken sehr beschränkt, gegen Ende des 18. Jahrh. durch den Schutz Rußlands sich immer mehr erweiterten. Rußland, durch das mächtige Band der orthodoxen Kirche mit den Griechen verbunden, wurde schon seit Peter d. Gr. von denselben immer mehr als ihr natürlicher Beschützer, von dem ihre Befreiung ausgehen werde, betrachtet. Entscheidend wurde der russ. Einfluß auf G. aber erst durch die Kaiserin Katharina II., die den schon lange in Rußland gehegten Plan einer Eroberung G.s zuerst zu verwirklichen suchte. Schon gedachte dieselbe ernstlich an die Ausführung zu gehen, als ihr die Pforte uvorkam und 1768 den Krieg erklärte. Rußland sette nun alles in Bewegung, um die Griechen zu einem Aufstande zu bewegen. Doch gelang dies dem mit der Aufreizung derselben beauftragten russ. Sendling Pappadopulos nicht; erst als ein Teil der russ. See-Expedition, die von Kronstadt nach dem Mittelmeer gesandt worden war, unter Feodor Orlow 28. Febr. 1770 in Porto Vitulo in Lakonien landete und mehrere Orte einnahm, erhoben sich die Griechen in Morea und selbst im nördlichen G., namentlich in Missolonghi und auf den Inseln. Allein bald nahm die Sache eine traurige Wendung; denn die von der Pforte angeworbenen Albanesen eroberten Missolonghi und brachten den Russen in Morea eine Niederlage bei, worauf die türk.⸗albanes. Soldateska aufs furchtbarste gegen die verlassenen Griechen hauste: 8000 Albanesen durchzogen plündernd und mordend Morea, hieben das russ. Belagerungskorps vor Modon nieder und zogen gegen Navarin, wo Feodor Orlow mit den Resten seiner Landungstruppen in größter Eile sich einschiffte, die Griechen Hrem Schicksal überlassend. Die Vernichtung der türk. Flotte den Julgen Orlow bei Tschesme hatte keine bleibenden Folgen für G. So war die ganze Unternehmung zur Befreiung G.s verfehlt; einige Stipulationen in dem Frieden von Kutschuk-Kainardschi (21. Juli 1774) zu Gunsten der Griechen (Amnestie, Religionsfreiheit und Freizügigkeit) waren das einzige Ergebnis derselben. Allein die Pforte war nicht im Stande, diese Bedingungen zu halten; denn die Albanesenbanden, welche Morea wieder der türk. Herrschaft unterworfen hatten, sahen sich als Herren des Landes an, das neun Jahre lang ihrem furchtbaren Treiben preisgegeben blieb, bis die Pforte endlich Maßregeln gegen sie ergriff und Hassan Pascha die Albanesen 10. Juni 1779 bei Tripolizza fast gänzlich aufrieb. In dem bald darauf von neuem zwischen Rußland und der Pforte ausgebrochenen Kriege wurden die Sulioten und Chimarioten in Epirus, die ohnedies mit Ali-Tepelenli, Pascha von Janina, in einen Kampf auf Leben und Tod verwickelt waren, von russ. Sendlingen gegen die Türken aufgewiegelt. Von den Russen im Frieden von Jassy 9. Jan. 1792 wieder im Stich gelassen, mußten sie auf eigene Hand den Krieg fortführen, der noch in demselben Jahre mit Erringung ihrer Unabhängigkeit von Ali Pascha endete. Der Friede von Jassy bestätigte ihnen die im Frieden von Kutschuk-Kainardschi bewilligten Vorteile mit der Bestimmung, daß sie freie Schifffahrt unter russ. Flagge treiben durften. Während der folgenden Zeit der Ruhe nahm der Pnd G.s einen außerordentlichen Aufschwung, esonders auf den weniger bedrückten Inseln. Viele griech. Schulen, sowohl in den griech. Städten der Türkei selbst als auch im sicherern Auslande, wurden begründet. 2woh verfehlte die durch ganz Europa gehende große polit. Bewegung nicht, auf die Griechen ihren Einfluß zu äußern und den Gedanken an die Befreiung vom türk. Joch mit verstärkter Energie zu wecken. Männer, wie Alex. Maurokordatos der Altere, Alex. Mpsilantis der Altere, Anthimos, Gazis und vor allen Konstantin Rhigas aus Pherä in Thessalien, der Dichter der Freiheitslieder, von dem die erste Idee des Geheimbundes der Hetärie ausging, ergriffen diesen Gedanken mit einer Wärme, die schon damals die glänzendsten Erfolge gehabt hätte, wenn man mit mehr Vorsicht zu Werke gegangen wäre. Allein die Hinrichtung des von der österr. Polizei an die Türken ausgelieferten Rhigas (1798) vereitelte vorderhand die Pläne zur Befreiung G.s. Bald darauf brach ein neuer Krieg zwischen Ali Pascha und den Sulioten aus, der, ebenso von Greueln, Treulosigkeiten und Schandthaten wie von den aufopferndsten Handlungen erfüllt, mehrere Jahre hindurch dauerte und 1803 mit fast vollständiger Vernichtung der Sulioten und der völligen Unterwerfung ganz Albaniens unter die Herrschaft Ali Paschas endigte. Die noch übrigen Sulioten flüchteten unter Photos Tzavellas Führung nach Parga, und erst 1814 kehrte ein Teil derselben in die Heimat zurück. Auch von seinen übrigen Gegnern wußte Ali Pascha einen nach dem andern zu stürzen, sodaß er 1810 Herr fast des anzen nördlichen G. war und selbst in Morea Fuß gefaßt hatte. Das widerstrebende Gardiki mußte seine Standhaftigkeit 1812 mit der Vernichtung aller seiner Bewohner büßen, und nur das Felsennest Parga hielt sich tapfer bis 1819. Je ungünstiger sich so die Verhältnisse für das griech. Volk gestalteten, desto erfreulicher waren die Fortschritte, die es in seiner innern Entwickelung machte. In Verbindung mit den fortwährend an Zahl und Bedeutung wachsenden Unterrichtsanstalten entwickelte sich eine eigene neugriech. Nationallitteratur, welche, der Befreiung G.s vorarbeitend, bald eine hohe polit. Bedeutung erhielt und zur Stiftung der Gesellschaft der Philomuseno in Athen führte (1814). Dabei war der griech. Handel fortwährend im Steigen, und schon 1813 belief sich die griech. Handelsmarine auf 600 zum Teil gutbewaffnete Schiffe mit etwa 2000 Seeleuten. Hier bildete sich eine Pflänzschule für die spätern Seekriege. Am meisten aber wurde die Erhebung des Volks vorbereitet durch den Geheimbund der Hetärie (s. d.), der Ende 1814 in Odessa, damals dem Mittelpunkte griech. Reichtums und Nationalsinnes, unter Mitgliedern des Kaufmannsstandes gestiftet wurde. Mit großer Schnelligkeit verbreitete sich die Hetärie über G. selbst wie über alle Handelsplätze Europas und Asiens, in denen sich Griechen niedergelassen hatten. Schon 1817 gehörten alle griech. Primaten von Bedeutung, sowie die vorzüglichsten Armatolen und Klephten zu ihr, und fast in jeder Gemeinde zählte sie Anhänger. Mit jedem Tage nahm die Gärung unter den Griechen zu. Die Klephten des nördlichen G., insbesondere die Sulioten, die von dem durch ein Exekutionsheer der Pforte bedrängten Ali Pascha zurückgerufen worden waren, glaubten in einer Verbindung mit diesem ihre Pläne am besten in Ausführung bringen zu können. Schon hatte eine im Nov. 1820 gehaltene Hetäristenversammlung zu Vostitza Vorbereitungen zum Losbrechen getroffen, schließlich aber die Ansicht gewonnen, daß die Zeit noch nicht geeignet sei, als der 1. Febr. 1821 erfolgte Tod des Hospodars der Walachei, Alexander Sutzos, den Aufstand unerwartet zum Ausbruch brachte, wobei die Griechen auf die Hilfe des russ. Kaisers Alexander I., dessen Minister und Günstling ihr Landsmann, Graf Kapodistrias aus Korfu war, rechneten. Fürst Alexander Ypsilanti, welcher in Bessarabien eine Schar Hetäristen um sich gesammelt hatte, rückte 6. März in Jassy ein, rief alle Griechen gegen die Türken unter die Waffen und kündigte die Erhebung G.s und der andern christl. Provinzen und die Hilfe Rußlands an. Mit einem Heere von etwa 5000 Mann, dessen Kern die sog. cheilige Scharo, eine Anzahl von Freiheit begeisterten griech. Jünglingen, bildete, zog er gegen Bukarest. Allein der Widerstand, den dieses Unternehmen bei den walach. Bojaren fand, die Desavouierung desselben durch Rußland, die Planlosigkeit und Kraftlosigkeit, mit der Ypsilanti dasselbe betrieb, und der Verrat des Walachen Wladimiresko ließen dasselbe scheitern. Die Türken nahmen Galacz und Bukarest, schlugen bei Dragaschan (19. Juni) Mpsilanti zurück und zwangen ihn zum übertritt auf österr. Gebiet. Den Rest der Truppen führte Georgios in die Moldau, besetzte das Kloster Sekka, verteidigte mit 350 Mann gegen 1500 Türken drei Tage lang den einzigen Zugang zu demselben und sprengte, als er sich umgangen sah, sich und seine elf noch übrigen Genossen samt dem hereinstürzenden Feinde 26. Aug. in die Luft. „Inzwischen war 4. April 1821 der Aufstand auch in Morea ausgebrochen, vorzüglich vom Erzbischof von Patras, Germanos, und dessen beiden Freunden, Andreas Zaimis aus Kalavryta und Andr. Lontos aus Vostitza, gefördert und geleitet. Anfangs ging alles glücklich von statten. In mehrern Gefechten siegten die Insurgenten, deren Hauptanführer Theod. Kolokotronis und Petros Mauromichalis waren, nahmen mehrere Städte ein und bildeten in Kalamata, der Hauptstadt Messeniens, eine provisorische Regierung unter dem Namen des «Senats von Messenieno, der 9. April seine Sitzungen eröffnete und den Aufstand zu organisieren begann. Zu gleicher Zeit war auch auf den Inseln der Aufstand ausgebrochen. Noch im Laufe des April erklärten sich Spezzia, Psara und Hydra für unabhängig, und ein Geschwader der Insurgenten unter Tombasis gewann die übrigen Fnseln des Archipels, mit Ausnahme von Chios, für den Aufstand. Im nordwestlichen G. befestigten die Sulioten ihre neuen Eroberungen, und im nordöstlichen waren Lokris, Böotien, Euböa, Attika im vollen Aufstande, Athen genommen und die türk. Besatzung in der Akropolis blockiert. Selbst über die Thermopylen hinaus erstreckte sich der Aufstand; in Magnesia und Macedonien sahen sich die Türken angegriffen. Anfangs war die Pforte über Art und Umfang des Aufstandes ziemlich im Unklaren, bis das Eintreffen der Nachrichten von der Erhebung der Griechen in Morea und die Entdeckung einer Verschwörung in Konstantinopel selbst ihr die Augen öffnete. Furchtbare, vom türk. Pöbel ausgeübte Metzeleien in den von den Griechen bevölkerten Teilen des Reichs, vorzüglich in Konstantinopel, wo der Patriarch Gregorios am Osterfest 23. April nebst andern Geistlichen am Thor der Kirche aund Arela wurde, in Smyrna und auf Cypern und Kreta, die gegen drei Monate dauerten und hauptsächlich die Angesehenern trafen, waren die Folge dieser Entdeckung, Metzeleien, welche zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und der Pforte führten. Unterdes machte der Aufstand zu Wasser und zu Lande Fortschritte. Die Flotte des griech. Admirals Tombasis schlug die türkische bei Mitylene 8. Juni, während ein anderes griech. Geschwader Missolonghi und Anatoliko und dadurch Atolien und Akarnanien zum Aufstande bewog. In Mittelgriechenland konnten die Türken nicht vordringen; sie wurden im Osten von dem schlauen Odysseus, im Westen von den tapfern Sulioten unter Markos Bozzaris zurückgetrieben. In Morea konzentrierte sich fast aller Kampf um Tripolizza, die Residenz des Veziers. Die Stadt wurde 5. Okt. von den Griechen erstürmt und für die Greuel in Konstantinopel u. s. w. Rache geübt. Die Türken hatten nur noch sechs feste Plätze in Morea; auch auf Akrokorinth wurde die griech. Fahne aufgepflanzt. Die von Demetrius Ypsilantis zusammenberufene Nationalversammlung, welche unter dem Vorsitze von Maurokordatos anfangs in Argos, dann in Piada in der Nähe von Epidauros tagte, beriet eine Verfassung für G. Das von der Nationalversammlung angenommene und zu Anfang des J. 1822 promulgierte Grundgesetz, bekannt unter dem Namen «Organisches Gesetz von Epidauros», das in 107 Artikeln sehr freisinnige, aber für die Bildungsstufe des griech. Volks zum Teil unanwendbare Bestimmungen enthielt, blieb ohne Wirksamkeit und die danach eingesetzte Regierung von fünf Mitgliedern, mit Maurokordatos an der Spitze, ohne Einfluß. Durch Beschluß der Versammlung vom 22. Jan. 1822 wurde die Vereinigung G.s zum unabhängigen Föderativstaat erklärt und über jeden von den Türken besetzten griech. Ort der Blockadezustand ausgesprochen. Die Militärpartei, an deren Spitze Kolokotronis, Ypsilanti und Odysseus standen, wollte eine unbedingte Militärherrschaft eingeführt wissen, scheiterte aber mit diesem Plane. Nach Vernichtung des aufrührerischen Pascha von Janina konnte die Pforte 1822 alle ihre Kräfte gegen G. wenden. Ein größeres Heer sollte durch Osthellas über den Mumnese in Morea eindringen, ein kleineres, aus lbanesen bestehend, Westhellas unterwerfen. Dramali (Mahmud Pascha von Drama) zog mit 30000 Mann ad Nor Thermopylen nach Mittelgriechenland und Morea, besetzte Nauplia und Argos, mußte sich aber aus Mangel an Lebensmitteln nach Korinth zurückziehen und erlitt in dem Engpasse von Dervenaki durch Kolokotronis eine Niederlage. Die Griechen nahmen wieder Nauplia. In Westhellas dagegen erlitten die Griechen 16. Juli 1822 durch den Verrat des albanes. Häuptlings Gogos eine Niederlage bei Peta, in der Nähe von Arta. Doch konnten die Türken nicht gegen Missolonghi vordringen, und 20. Aug. 1823 wurde ihre Vorhut durch den Überfall bei Karpenisi vernichtet. Bozzaris fand hier den Heldentod. Siegreich war dagegen in den J. 1822 und 1823 die griech. Seemacht unter Miaulis. Die türk. Flotte vermochte, in mehrern Gefechten von Miaulis geschlagen, durchaus nicht das offene Meer gegen ihn zu behaupten, und wenn es auch dem Kapudan-Pascha Kara-Ali im April 1822 gelang, sich Chios zu bemächtigen, das er auf die grausamste Weise verwüstete, so wurde dieser Sieg doch aufs glänzendste in der Nacht vom 18. zum 19. Juni 1822 durch die Vernichtung der türk. Flotte in der Meerenge von Chios von Kanaris gerächt. Zu Ende des J. 1823 war es zwischen den beiden Parteien, an deren Spitze Kolokotronis mit den meisten Heerführern und Maurokordatos mit der Mehrzahl der Primaten und der Mitglieder des gesetzgebenden Körpers einander gegenüberstanden, zum völligen Bruche gekommen. Es standen sich zwei Regierungen gegenüber, wovon die eine, die militärische, auf die Klephten sich stützte, die andere, die konstitutionelle, die Flotte für sich hatte. Die letztere, an deren Spitze der Präsident der Regierung in Nauplia, Konduriotis, stand, siegte zuletzt. Zu dieser innern Zerrüttung kam noch die schlimme Stellung G.s zu den europ. Großmächten; die Gesandtschaft, welche die Griechen an den Kongreß von Verona schickten, fand infolge des Einflusses Metternichs weder bei OÖsterreich noch bei Rußland Gehör; Frankreich verhielt sich neutral, England geradezu feindselig. Doch erhob sich um diese Zeit die öffentliche Meinung um so energischer zu Gunsten der Griechen. In Deutschland, England, Frankreich u. s. w. bildeten sich Vereine zur Unterstützung der Griechen, deren Mittelpunkt seit Herbst 1825 Genf durch die unermüdliche Thätigkeit des Bankiers Eynard (f. d.) wurde. Philhellenische Freischarenzüge wurden organisiert, denen sich auch einzelne angesehene Männer, vor allen Lord Byron, anschlossen. Eine erste Folge dieser günstigen Stimmung war der 21. Febr. 1824 in London zu Stande gekommene Abschluß einer griech. Anleihe von 800000 Pfd. St., deren wirklicher Ertrag sich freilich, unter Abzug von 56 ½¼ Proz., nur auf 348000 Pfd. St. belief. Allein alle diese Unterstützungen verschwanden vor der Gefahr, die von einer andern Seite her drohte. Ibrahim Pascha, Stiefsohn des Vizekönigs von Agypten, Mehemed Ali, war nämlich auf das Hilfegefuch des Sultans im Juli 1824 von Alexandria mit einer Flotte von 30 Fregatten, mehrern kleinern Kriegs⸗ und 150 Transportschiffen nebst 22000 Mann Landungstruppen gegen die Griechen ausgelaufen. Zwar gelang es Miaulis, sowol den Kapudan-Pascha, der Juli 1824 Psara mit Feuer und Schwert verheert hatte, als auch aeehter Pascha nach mehrern für ihn glücklichen efechten zum Rückzuge zu zwingen, jenen nach den Dardanellen, diesen nach Kandia, welches, nachdem es sich mehrere Jahre im Aufstande befunden, größtenteils wieder von den Türken unterworfen war. Allein im nächsten Jahre (1825) war es den Griechen trotz der größern Einigkeit, die durch das energische Auftreten der Regierung hergestellt wurde, und den größern Mitteln, die ihnen aus dem Abschlusse einer neuen Anleihe in London entsprangen, nicht mehr möglich, die ägypt. Übermacht von G. abzuhalten. Ibrahim landete 24. Febr. 1825 bei Modon, nahm bald Navarin und war am Ende des Jahres, trotz aller Anstrengungen der