Griepenkerl (Christian), Historienmaler, geb. 17. März 1839 in Oldenburg, besuchte das dortige Gymnasium und begab sich 1855 nach Wien, wo er im Atelier von Karl Rahl Aufnahme fand. Nach dessen Tode 1865 erhielten G. und Bitterlich den Auftrag, Rahls Malereien für das neue Opernhaus zu vollenden. Sie teilten sich in der Art in die Aufgabe, daß G. zeichnete, Bitterlich die farbige Ausführung besorgte. So entstanden der Opernvorhang mit dem Mythus des Orpheus und die Deckengemälde des Zuschauerraums, nach den Entwürfen Rahls, wie solche den beiden Künstlern auch bei der Forhilde dt des Plafonds im Palais Epstein zum Vorbilde dienten. Für seine Heimat malte er das Stiegenhaus der großherzogl. Gemäldegalerie in Oldenburg, in Ssterreich wieder war er mit der Dekoration des Grand-Hötel, des Palais Ephrussi, für das Schloß des Erzherzogs Leopold in Hörnstein, für die Villa des Erzherzogs Palat von Toscana, dann in Venedig für den Palast des Baron Sina mit der Herstellung von Wand⸗ und Deckenbildern, teils al fresco, teils auf Leinwand beauftragt. Gegenwärtig malt der Künstler an den Scenen aus der Prometheussage für die neue Akademie der Wissenschaften in Athen im Auftrage des Baron Sina, ferner an einem Fries für das neue Parlamentsgebäude in Wien. Seit 1875 ist er Professor der Akademie in Wien.