FeedFlögel (Karl Friedr.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Flögel (Karl Friedr.), namhafter Litterarhistoriker, geb. 3. Dez. 1729 zu Watern in Schlesien, erhielt auf der Schule seiner Vaterstadt und auf dem Gymnasium zu Breslau seine erste Bildung und studierte dann zu Halle Theologie. Nachdem er einige Zeit Privatunterricht zu Jauer erteilt hatte, wurde er 1761 Lehrer am Gymnasium zu Breslau, bald darauf Prorektor und 1773 Rektor der Schule zu Jauer, folgte jedoch schon 1774 dem Rufe als Professor der Philosophie an die Ritterakademie zu Liegnitz, welche Stelle er bis zu seinem Tode 7. März 1788 bekleidete. Seine Muße widmete er vorzüglich der Litteraturgeschichte und die Resultate seiner litterarischen Forschungen sind: «Geschichte des menschlichen Verstandes » (Bresl. 1765; 3. Aufl. 1776), „Geschichte des gegenwärtigen Zustandes der schönen Litteratur in Deutschlande (Jauer 1771), Geschichte der komischen Litteratur (4 Bde., Liegn. u. Lpz. 1784—87), (Geschichte des Groteskkomischemo (Liegn. u. Lpz. 1788; neue Aufl. von Ebeling, Lpz. 1862), 4Geschichte der Hofnarren (Liegn. u. Lpz. 1789) und die «Geschichte des Burlesken » (Lpz. 1794). Sämtliche Schriften beweisen seine Belesenheit und sein geläutertes Urteil, obgleich es ihm mehr auf Aume des v des Stofflichen als auf philos. Durchdringung des Materials ankam.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 908Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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