FeedGrifo oder Gripho
GeschichteBrockhaus 1882

Grifo oder Gripho, jüngerer Sohn Karl Martells aus einer zweiten Ehe mit einer bayr. Fürstin, wurde bei dem Tode des Vaters 741 von seinen Stiefbrüdern Pippin dem Jüngern und Karlmann, entgegen dem fränk. Gebrauche, nicht zu einem Anteile am Erbe zugelassen und suchte nun teils durch Aufstände, teils durch die Hilfe der von den Franken abhängigen Stämme, der Sachsen und der Bayern, zu seinem Rechte zu kommen. Obwohl er unterlag, gaben ihm die Brüder doch zuletzt 12 Grafschaften zwischen Loire und Seine. G. war indessen nicht zufrieden, erhob sich aufs neue und floh endlich zu den Longobarden, bei welchen er 753, vielleicht im Kampfe gegen seine Landsleute, starb. Die Beiseiteschiebung G.s ermöglichte die Erstarkung des Frankenreichs und die Einigung desselben nach der Abdankung Karlmanns unter König Pippin. Vgl. H. Hahn, „Jahrbücher des Fränkischen Reichs 741 —7525 (Berl. 1863). [s. unter Sévigné.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 419Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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