FeedGrimoald
GeschichteBrockhaus 1882

Grimoald, der Sohn des fränk. Majordomus Pippin des Altern, wurde 642 Majordomus des austrasischen Königs Sigibert III. Als dieser Febr. 6⁵6 15 wollte G., welcher schon vorher thatsächlich die Regierung geführt hatte, auch die Krone —— an sein Haus bringen: er schickte Sigiberts Sohn in ein Kloster und machte seinen eigenen Sohn Childebert zum König. Aber die Großen des Landes, welche sich bei dem schwachen merovingischen Herrschergeschlecht besser befanden, lieferten den Usurpator und seinen Sohn dem neustrischen König Chlodowech II. aus, der sie töten ließ. Erst Ende des Jahrhunderts erhob sich das Haus Pippins unter G.s Neffen Pippin dem Mittlern oder von Heristal zu neuer Bedeutung. Vgl. Bonnell, Die An100 des karolingischen Hauseso (Berl. 1866). rimoald, Sohn des Bayernherzogs Theodo aus dem Geschlecht der Agilolfinger und seit etwa 71⁵ selbst Herzog über einen Teil der Bayern, begünstigte dort die Einführung des Christentums durch den Bischof Corbinian von Freising, verlor aber 728 Herrschaft und Leben im Kampfe mit Karl Martell, der nun G.s Neffen Hucbert zum Herzog über gaꝗ Bayern, aber unter fränk. Oberhoheit, machte. rimoald, Herzog der Langobarden von Benevent, wurde 662 gegen das regierende Brüderpaar Bertarit und Godebert (s. d.) selb:st zum König aufgestellt, vertrieb den erstern und tötete den letztern. Als er 671 starb, wurde sein unmündiger Sohn König Garibald von seinem mütterlichen Oheim Bertarit beseitigt, der jetzt selbst wieder zur Regierung gelangte und sie bei seinem Tode 688 auf seinen Sohn Kunibert (bis 700) vererbte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 427Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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