FeedGrigoriopol
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Grigoriopol, häufig auch Tschernenka oder Tschorna, Stadt ohne Gerichtsbarkeit im russ. Gouvernement Cherson, Kreis Tiraspol, links am Dniestr, 45 Km im NW. von Tiraspol, zählt (1882) 6791 E. und hat Leder⸗ und Saffianfabriken, auch Talgsiedereien. Der Handel ist jetzt unbedeutend. G. wurde 1792 von Armeniern gegründet, die aus der Trkei auswanderten und die Stadt zu Ehren Grigor Potemkins benannten; 1803 gesellten sich zu den Armeniern Moldauaner aus dem benachbarten Kirchdorfe Glinsky, welches letztere darauf von deutschen Kolonisten eingenommen und Glücksthal benannt wurde. Dichter und Kritiker, geb. 1822 in Moskau, studierte daselbst auf der Universität, war nach Beendigung der Studien 1842 einige Zeit im Staatsdienste und dann im Auslande Erzieher in einer aristokratischen Familie. Später lebte er in Moskau und in Petersburg mit litterarischen Arbeiten beschäftigt. Er starb 25. Sept. 1864 zu Petersburg. Seine Dichtung ist romantisch und ihr entspricht auch der romantisch-nationale Charakter seiner Kritik, wodurch er sich sehr den Slawophilen nähert. Seine Gedichter erschienen in Petersburg 1846. Die kritischen Arbeiten sind in verschiedenen Zeitschriften zerstreut. Von einer beabsichtigten vollständigen Ausgabe seiner Schriften erschien 1876 der erste Band in Petersburg.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 419Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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