FeedGrippe
HeilkundeBrockhaus 1882

Grippe, epidemisches Katarrhfieber oder Influenza nennt man den epidemischen und, wie alle Infektionskrankheiten, unter fieberhaften, schweren Allgemeinerscheinungen (Hinfälligkeit, Kopfschmerz, Appetitverlust und Schlaflosigkeit) einherehenden Katarrh der Luftwege. In der Art ihres Auftretens und ihrer Verbreitung und der für einfache Katarrhe ungewöhnlich schweren Erkrankung hat die G. viel Ahnliches mit den fieberhaften Hautausschlägen (3. B. dem Scharlach). Mit Unrecht nennt man G. auch jeden nichtepidemischen, von keiner Infektion abhängigen Katarrh wenn er nur heftig auftritt und hartnäckig ist. In diesen Fällen spricht man wohl auch von gastrischer G., wenn sich zu dem Katarrh der Luftwege ein Darmkatarrh gesellt. Die G. ist in Deutschland nur von Zeit zu Zeit erschienen. Die große Epidemie, welche 1732 Europa von Osten nach Westen (also in der „Richtung wie die Cholera) durchzog, befiel gewiß „die Hälfte der Bevölkerung. Nicht so bedeutend )]waren die Epidemien von 1800 und 1835. An sich 1ist die G. keine schwere Erkrankung; ihre Dauer berträgt gewöhnlich 814 Tage, mitunter aber auch viel längere Zeit. Sie wird hauptsächlich nur Kindern, Greisen und sonst schwächlichen Individuen efährlich, weil sich bei diesen der Katarrh leicht zur „Lungenentzündung und andern schweren Lungen⸗ „leiden steigert. Die Behandlung beschränkt sich auf Betthüten, Diät und die übrigen, bei fieberhaften „Krankheiten und Katarrhen üblichen Maßregeln.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 429Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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