FeedGripenstedt (Joh. Aug.)
GeschichteBrockhaus 1882

Gripenstedt (Joh. Aug.), schwed. Staatsmann, geb. 11. Aug. 1813 in Holstein, trat 1831 als Lieutenant der Artillerie in die Armee, wo er bis 1846 diente. Inzwischen hatte er schon in dem stürmischen Reichstage von 1840 als Mitglied der Ritterschaft begonnen, sich an dem polit. Leben zu beteiligen. Bei der 1848 erfolgten Systemveränderung der Regierung wurde er zum Staatsrat ernannt. Während der zehn letzten Jahre seiner Geschäftsführung, 1856—66, trug er als Finanzminister wesentlich zu der materiellen Hebung seines Landes bei. Seinem Einfluß ist es auch zuzuschreiben, daß Schweden in den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 nicht mit hineingezogen wurde. Nach Vollendung der Repräsentationsreform, zu deren Durchführung er kräftig beigetragen hatte, nahm er 1867—73 als für Stockholm gewähltes Mitglied der Zweiten Kammer teil an den Verhandlungen des neuen Reichstags; eine rasch zunehmende Krankheit hemmte jedoch öfters seine Wirksamkeit. Er wurde 1860 in den odholm. Sel erhoben und starb 13. Juli 1874 zu Stockholm. Selbst veranstaltete er eine Ausgabe seiner großen parlamentarischen Reden: Tal, anforanden och uppsatsero (2 Tle., Stockh. 187172).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 429Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6