Grisi (Giulia), ausgezeichnete ital. Sängerin, geb. zu Mailand 28. Juli 1811, machte ihre Gesangsstudien bei Giacomelli in Bologna, nachdem sie in ihrer Vaterstadt und in einem Kloster zu Florenz, wo sie einige dalter erzogen wurde, den ersten Musikunterricht erhalten hatte. Im J. 1828 debütierte sie in Bologna, sang dann in Florenz, Pisa und Mailand, in letzterer Stadt noch von den Ratschlägen der Pasta und des Komponisten Marliani unterstützt, und kam 1832 zum ersten mal nach Paris. Hier gründete sich ihr später europäischer Ruhm als tragische Sängerin. Zu Paris blieb sie auch vorzugsweise engagiert, obschon sie eine längere Reihe von Jahren hindurch zu jeder Saison London besuchte. 10 d. 1836 vermählte sie sich mit dem Marquis de eley und nach Auflösung dieser Verbindung 1844 mit dem Tenoristen Mario (s. d.). Ihre Stimmmittel hatten schon ziemlich abgenommen, als sie mit letzterm noch 1854 eine Kunstreise nach Nordamerika machte; 1859 sang sie 8. 855 Madrid. Sie sich dann nach London zurück. Vorzüglichkeit der Hule, Großartigkeit des Gesangs wie des Spiels verbanden sich bei ihr mit wahrhaft klassischer Schönheit des Gesichts und der Gestalt. Sie starb auf einer Reise nach Petersburg zu Berlin 29. Nov. 1869, wurde aber in Paris auf dem Pere-Lachaise beerdigt. Ihre ältere Schwester Giuditta G., geb. 28. Juli 1805 zu Mailand, war ebenfalls eine treffliche Sängerin, besonders gefeiert in dem von Bellini für sie geschriebenen Romeov. Sie machte ihre Studien auf dem Konservatorium ihrer Vaterstadt bei Minoja und Banderali, errang seit 1823 in Italien und auch in Wien Erfolge und war dann 1832 an der Italienischen Oper zu Paris engagiert. Ihre Verheiratung mit dem mailänder Grafen Barni entzog sie der Bühne. Sie starb 1. Mai 1840 zu Robecco in der lombard. Provinz Lodi. Die berühmte Tänzerin Carlotta G. ist eine Cousine der beiden vorgenannten und in dem istrischen Dorfe Visinida um 1821 geboren. Ihr hauptsächlichster Lehrer war der bekannte Choreograph Parrot, mit dem sie sich auch später verheiratete. Ihren Ruf erwarb sie sich vornehmlich in den vierziger Jahren zu Paris, wo sie am Renaissancetheater, später an der Großen Oper engagiert war. Eine Schwester von ihr, Ernestina G., geb. 1818 zu Mailand, hat sich als Sängerin Ruf erworben.