FeedMara (Gertrud Elisabeth)
MusikBrockhaus 1882

Mara (Gertrud Elisabeth), gevorene Schmeling, die größte deutsche Sängerin des 18. Jahrh., geb. in Kassel 23. Febr. 1749, war die Tochter eines armen Musikers, machte schon als Kind durch ihr BViolinspiel Aufsehen, erhielt dann durch Paradisi in London Unterricht im Gesang und wurde seit ihrem Engagement in Leipzig 1766 allgemein bekannt. Ihre Glanzzeit beginnt mit 1771, wo Friedrich d. Gr. sie an die Hofoper nach Berlin zog. Hier heiratete sie den bedeutenden Violoncellisten Joh. M. (geb. in Berlin 1744, gest. in Rotterdam 1808), mit welchem sie 1780 aus Berlin entfloh. Nach einigen Reisen fand sie eine neue Heimat in England, wo sie bis 1802 blieb, hauptsächlich im Konzertgesange wirkte und vor allem in den berühmten Händel-Gedenkfeiern in der Westminsterabtei seit 1784 als anerkannte Königin des Gesanges die Sopranpartien vortrug. Ihre Stimme war ein hoher Sopran, stark genug, um durch Chor und Instrumente hindurchzudringen; sowohl in der Geläufigkeit wie in allen Künsten des Vortrags war sie hauptsächlich durch Selbststudium erstaunlich ausgebildet. Schon als Student in Leipzig hat Goethe sie besungen; als sie zurückgezogen in Reval lebte, sandte er ihr 1829 zu ihrem 80. Geburtstage ein rührendes Gedicht (Sangreich war dein Ehrenwego). Sie starb in Reval 20. Jan. 1833. Ihre Selbstbiographie ist gedruckt in Chrysanders «Allgemeiner musikalischer Zeitunge (Lpz. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 428Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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