Förster (Emil, Ritter von), Architekt, Sohn des vorigen, geb. zu Wien 18. Okt. 1838, war Schüler seines Vaters, widmete sich dann an der Akademie zu Berlin dem Studium seines speziellen Fachs, kehrte aber zur praktischen Thätigkeit in das . Atelier zurück. Nach einer Studienreise in Italien und dem inzwischen eingetretenen Tode seines Vaters führte er den Ausbau der Häusergruppe in der verlängerten Kärntnerstraße, Palais Todesco und Hoyos, aus. Später sammelte er wieder drei Jahre lang in Italien mit dem stuttgarter Architekten Gnauth zahlreiches Material zu einem Werk über die Renaissance Toscanas. Nachdem F. zurückgekehrt war, übernahm er 1867 den Bau mehrerer kleiner und auswärtiger Privatanlagen. So entstand die Häusergruppe am 50er Aullria gegenüber der neuen Universität, das Hotel Austria in Gries bei Bozen, das Kasino in Marienbad, endlich das wiener Ringtheater, sein schönstes Werk, welches durch die Feuersbrunst vom 8. Dez. 1881 vernichtet wurde. Der Bau dauerte von 1872 bis 1873, besonders das Innere des Hauses zeichnete sich durch gefällige farbige Wirkung und Eleganz der Dekoration aus. Auch auf dem Maximiliansplatze nächst der Votivkirche errichtete F. eine Gruppe palastähnlicher Gebäude, sowie das des Giro- und Kassenvereins in der Rockhgasse. Er erhielt auf der wiener Weltausstellung 1873 die Kunstmedaille und wurde auch bei der Konkurrenz für das ungarische Parlamentsgebäude ausgezeichnet. Ohne eine geniale Schöpferkraft zu besitzen, zählt F. doch unter die talentvollern Vertreter seines Fachs, dessen Ideal er in der Wiederholung florent. Renaissanceformen erblickt. Foerster (Wilh.), deutscher Astronom, geb. 16. Dez. 1832 zu Grünberg in Schlesien, bezog im Okt. 1850 die Universität Berlin, um Mathematik und Naturwissenschaften zu studieren. Ostern 1852 wandte er sich nach Bonn, wo er sich unter Argelanders Leitung ausschließlich der Astronomie widmete. Nachdem er im Aug. 1854 mit der Schrift „De altitudine poli Bonnensid promoviert, ward er Okt. 1855 als zweiter Assistent bei der berliner Sternwarte angestellt und war seitdem bis 1862 fast ausschließlich mit Beobachtungen und Berechnungen von Planeten und Kometen beschäftigt. Inzwischen hatte sich F. 1857 für Astronomie an der Universität habilitiert, war 1860 zum ersten Assistenten der Sternwarte aufgerückt und erhielt 1863 eine außerord. Professur an der Universität. Nachdem er 1863—65 an Stelle des wegen Krankheit zum Rücktritt genötigten Professors Encke mit der interimistischen Leitung der berliner Sternwarte betraut gewesen war, wurde er im März 1865 definitiv zu deren Direktor ernannt. Seikdem war F. auch als Herausgeber des berliner Astron. Jahrbuchso sowie als Mitarbeiter an der Europ. Gradmessunge (bis 1868) und dann eine Zeit lang als Schriftführer der 1863 gegründeten Astronomischen Gesellschaft und Mitherausgeber der Vierteljahrsschrift derselben thätig. Ende 1868 ward F. unter Beibehaltung seines Lehramts und seiner Stellung als Astronom zum Direktor der Normaleichungskommission des Norddeutschen Bundes (seit 1871 des Deutschen Reichs) und damit zur Leitung der deutschen Maß⸗ und Gewichtsorganisation auf Grund des metrischen Systems berufen. Seine wissenschaftlichen Arbeiten hat F. hauptsächlich in den (Astron. Nachrichteno und dem Berliner astron. Jahrbuche niedergelegt; außerdem einzelne Arbeiten über Messen und Wägen in den von ihm herausgegebenen «Metronomischen Beiträgeno (Heft 1—3, Berl. 1870 — 82) und in den Publikationen des Internationalen Komittees für Maß und Gewicht. Regelmäßige populäre astron. Mitteilungen hat F. in den jährlich von ihm herausgegebenen astron. Materialien zum Königl. preuß. Normal-Kalenders seit dem Jahrgang 1872 niedergelegt. Von diesen populären Mitteilungen ist eine erste Sammlung, die Jahrgänge 1872 bis 1879 umfassend, auch gesondert erschienen. Außerdem gab er eine Sammlung wissenschaftlicher Vorträge, welche sich hauptsächlich auf die Entwickelungsgeschichte der Astronomie beziehen und Lebensbilder mehrerer großer Forscher enthalten, heraus. örsterschulen, auch Waldbauschulen genannt, sind niedere forstliche Bildungsanstalten zum .— der fachlichen Ausbildung des forstlichen chutz⸗ und Hilfspersonals. Manche der alten Meisterschulen und ältern Forstlehranstalten (s. Forstakademien) sind kaum mehr als F. gewesen. Jetzt gibt es davon nur wenige, da man in vielen Staaten sich damit begnügt, oder es auch für zweckmäßiger hält, diesem Personal nur eine an die allgemeine Schulbildung sich anschließende rein praktische Ausbildung zu geben. In Preußen bestehen seit 1873 zwei derartige Anstalten: die Forstlehrlings⸗ und Fortbildungsschule zu Groß-Schönebeck im Regierungsbezirk Potsdam und die Försterlehrlingsschule zu Proskau im Regierungsbezirk Oppeln; außerdem wird noch bei allen Jägerbataillonen ein forstlicher Fortbildungsunterricht ben die gelernten Jäger erteilt. In Osterreich bestehen die Waldbauschule des Niederösterreichischen Forstschulvereins 3 Aggsbach a. d. Donau, gegründet 1875 an Stelle der 1872 eingegangenen Waldbauschule zu Hinterbrühl, und die Waldbauschule der Innenberger Hauptgewerkschaft zu Wildalpen in Steiermark, seit 1874. Außerdem wird zu Bregenz in Vorarlberg seit 1877 jedes Jahr ein sechswöchentlicher Kursus zur Unterweisung von Forstschutz- und Hilfsorganen abgehalten. In der Schweiz ist zur Ausbildung von Unterförstern seit 1876 durch den Bundesrat die jährliche Abhaltung von mindestens zwei Monate umfassenden «kantonalen Forstkursen » eingeführt und seit 1880 noch durch mindestens 14 Tage dauernde sog. «Fortbildungskurser ergänzt worden. Die Lehrer werden von den Kantonen gewählt, aber vom Bunde entschädigt.