Große (Franz Theod.), deutscher Historien⸗ und Porträtmaler, geb. 23. April 1829 zu Dresden, Sohn eines Handwerkers, genoß den ersten Zeichenunterricht von Burmeister-Liser, kam 1843 auf die Dresdener Akademie und trat 1847 in das Atelier Bendemanns ein. Im J. 1852 malte er eine Leda mit dem Schwane (in der dresdener Galerie) und 1853 ein Mädchen mit der Laute (zu Großenhain in Privatbesitz). Auch half er Bendemann an den Bildern im königl. Schlosse und führte 1854 in der Kuppel und im Venetianersaale des Neuen Museums Grau in Grau Allegorien aus. Im Schlosse zu Wildenfels malte G. im Auftrage des Grafen Solms 1856 —58 in einer kleinen Rotunde mit Wachsfarben die geistlichen und weltlichen Tugenden, später Scenen aus der Geschichte der Grafen Solms. Im J. 1858 ging er mit dem großen Reisestipendium der Akademie nach Italien, wo er zuerst ein halbes Jahr in Florenz zubrachte, dann längere Zeit in Rom im Umgange mit Cornelius verlebte. Er vollendete hier 1862 unter anderm ein Olbild: Abraham und der Engel (in Privatbesitz zu Leipzig). In demselben Jahre gewann er bei der Konkurrenz, die der leipziger Kunstverein für die Ausmalung der östl. Loggia des dortigen Museums ausgeschrieben hatte, den ersten Preis. Im Sommer 1865 begann G. mit der Ausführung in Fresko und führte dieselbe während der folgenden Sommer weiter, während er im Winter zu Rom Cartons zeichnete. Er vollendete sie im Dez. 1871. Dieselben sind von Hecker photographisch nachgebildet (mit erklärendem Texte von Jordan) veröffentlicht worden (6 Lfgn., Lpz. 1865 — 7%). Seit 1867 lebt G. wieder in Dresden, wo er als Professor an der Kunstakademie wirkt. Daneben hat er sich einen geachteten Namen als Porträtmaler erworben. Der bedeutende Aufschwung der städtischen Architektur ließ G. an die Übernahme von Häuserdekorationen im Sinne der ital. Renaissance herantreten, wie er denn 1873 und 1874 mehrere Arbeiten dieses Genre auch zu Jeng vollendete. Für das neue Theater in Dresden besorgte er 1877 die Ausschmückung des Foyer, worin der Sagenkreis des Bacchus zur Darstellung kommt. Die dresdener Galerie besitzt sein großes, 1879 vollendetes Slgemälde: Ankunft der Seelen im Purgatorio nach Dante. Gegenwärtig schmückt G. in Gemeinschaft mit Pauwels die Aula der Landesschule St. Afra in Meißen mit Wandgemälden aus, welche sich in geschichtlichem Sinne auf Unterricht und Wissenschaft beziehen.