FeedGurlitt (Ludw.)
BaukunstBrockhaus 1882

Gurlitt (Ludw.), ausgezeichneter deutscher Landschaftsmaler, geb. 8. März 1812 zu Altona, Verwandter des vorigen, erhielt seinen ersten Unterricht bei S. Bendixen zu Hamburg und brachte hierauf vier Jahre unter Studien der Natur in Norwegen, Dänemark und Schweden zu. Von einer dreijährigen Reise nach München und Italien zurückgekehrt, nahm er seit 1839 seinen Wohnsitz in Kopenhagen, wo er als Mitglied in die königl. Akademie aufgenommen wurde. Hierauf malte er in Düsseldorf sein großes jütländisches Heidebild mit großem Erfolg. G. hielt sich 184346 abermals in Italien auf. 4•7 seiner Rückkehr wohnte er meist in Berlin, zog sich aber 1848 auf ein klei⸗⸗ nes Gut nach Nischwitz im Königreich Sachsen zurück. G. siedelte 1851 nach Wien über, von wo aus er 1855 wiederum Studienreisen nach Italien, dann nach Dalmatien, Ungarn und Griechenland unternahm. Seit Ende 1859 lebte er teils in Gotha, teils auf dem Schlosse Siebleben, welches ihm der Herzog Ernst zu seiner Benutzung übergeben hatte, und von wo aus er vielfache Studienreisen nach Holstein, so auch in den J. 1867 — 68 nach Portugal und Spanien unternahm. Im J. 1873 siedelte er nach Dresden über und bewohnt jetzt eine Villa in Plauen bei Dresden. In öffentlichen Sammlungen besitzen die Nationalgalerie in Berlin, die dresdener Galerie, das Museum in Leipzig, die Kunsthalle in Kiel u. s. w. Bilder von ihm. Als Künstler zählt G. zu den Meistern im Landschaftsfache. Er hat die Reize des Nordens wie des Südens erfaßt und gibt diese mit aller Wahrheit und allem Zauber in seinen Bildern wieder. Seine zahlreichen ital. Landschaftsbilder haben in hohem Grade den warmen Ton der südl. Sonne. Dabei weiß er tief in das Charakteristische der landschaftlichen Formen und Linien einzudringen und durch poetischen Reichtum seinen Studien Duft und Reiz zu verleihen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 633Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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