Gründonnerstag (lat. Dies viridium, Feria bona quinta) heißt der Donnerstag vor Ostern, welcher seit dem 7. Jahrh. als Gedächtnistag der Einsetzung des heiligen Abendmahls gefeiert wird. Die Bezeichnung G. wird bald von der Sitte, an diesem Tage grüne Kräuter zu genießen, bald von Ps. 23, 2, dem kirchlichen Leseabschnitt dieses Tages (Der Herr ist mein Hirt .. . er weidet mich auf einer grünen Aue »), bald davon abgeleitet, daß an diesem Tage nach beendeter Kirchenbuße die Büßer als Sündlose ((Grünev) wieder in die Kirchengemeinschaft aufgenommen wurden (Tag der Grünen», auch dies absolutionis oder indulgentiae (Antlaßtago).
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 565Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei