FeedGrützner (Eduard)
BaukunstBrockhaus 1882

Grützner (Eduard), beliebter Genremaler, geb. 26. Mai 1846 in Groß-Karlowitz bei Neisse in Preußisch⸗-Schlesien, kam durch Vermittelung des münchener Architekten Hirschberg an die Münchener Akademie. Für diesen entwarf der bei Piloty, erst als Schüler, dann als sein Assistent thätige Künstler sieben Deckengemälde auf Leinwand, welche die Künste allegorisierten, machte sich dann selbständig und trat 1869 mit höchst beifällig aufgenommenen Genrescenen: Falstaffs Rekrutenmusterung und die Klosterbrauerei, vor das Publikum. Den Falstaffstoff behandelte er höchst humorvoll und geistreich in dem 1876 entstandenen Falstaff-Cyklus als sieben Kartons, welche dem Mus eum in Breslau angehören. Shakspeare bot ihm noch manches Thema, das sein witziger und realistisch heiterer Pinsel rächtig zu illustrieren verstand, so Falstaff bei Fran Hurtig, eine Scene aus „Was ihr wollt v u. a. Eine andere Richtung bezeichnen seine zahlreichen, dem Leben des kath. Klerus entnommenen Bilder, amulln oft sarkastisch und oft voll behaglicher Gemütlichkeit sind. So mehrere Weinproben, der Klosterschneider Gebetläuten im Klosterbräustübchen, Trio im Konvent, bei Hochwürden zu Tische, die Klosterbibliothek. Endlich ist G. der klassische Verherrlicher des modernen Jägerlebens; der Sonntagsjäger, das Jägerlatein, Angeheiteri (auf der ersten Internationalen Kunstausstellung in Wien 1883) gehören zu den ergötzlichsten Genrestücken der neuen deutschen Schule. Von seinen sonstigen Stoffen haben Mephisto hinter den Coulissen, das Bauerntheater, Einfädeln besondern Beifall errungen. Auch Illustrationen gingen aus seiner Hand hervor.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 578Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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